Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Pianoforte in seinen akustischen Anlagen
Person:
Hansing, Siegfried
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39581/152/
144 
Das Pianoforte in seinen akustischen Anlagen. 
daß die deutschen Pianomacher so schnell zu dem Entschluß 
kamen, den Vorsprung einzuholen. 
Bei dem Bekanntwerden des sehr leichten Metalls Aluminium 
gab man sich eine Zeitlang der Hoffnung hin, für den Gu߬ 
eisenrahmen einen Aluminiumrahmen hersteilen zu können. Da 
das spezifische Gewicht des Gußeisens mit 7,£0 und das des 
Aluminiums mit 2,56 gerechnet wird, so würde eine fast drei¬ 
malige Gewichtserleichterung des Rahmens, insbesondere bei 
Konzertflügeln, angenehm empfunden werden. Nachdem man 
von den Eigenschaften des Aluminiums genau unterrichtet 
worden ist, hat man von einer Verwendung dieses Metalls 
Abstand nehmen müssen, denn weder die Stabilität noch 
das Schwindeverhältnis desselben ist dem des Gußeisens 
gleichzustellen, und da schwerlich ein anderes Metall 
zum Gießen gefunden wird, was so ein geringes Schwinde¬ 
maß besitzt und dabei so stabil ist, wie Gußeisen, so wollen 
wir dem Gußeisenrahmen unsere besondere Aufmerksamkeit 
zuwenden. 
Das Schwinden des Gußeisens vom flüssigen Zustande bis 
zur starren Masse beträgt bei 100 cm nur 1 cm, sodaß der 
Quotient des Schwindens, da der Guß von 100 cm auf 99 cm 
zurückgeht, (100 : 99) = 1,01 zu rechnen ist. Der Regel nach 
wird der erste gegossene Eisenrahmen als Modell zum Formen 
für spätere Gußrahmen verwandt, und wir haben daher dieses 
Schwindemaß, bei Herstellung des Holzmodells, das zu dem 
Formen des ersten Eisenrahmens Verwendung findet, doppelt 
zu rechnen. Bei dem doppelten Schwinden des Eisens geht 
der Guß von 100 cm auf 98 cm zurück, sodaß der Quotient 
auf 1,02 zu stehen kommt. Dieses geringe Schwinden des 
Eisens vermag, sobald es beim Entwurf einer Saitenskala nicht 
berücksichtigt worden ist, den ganzen Plan der Saitenskala 
zu verderben. Es wird dann wohl der Versuch gewagt, die 
Saitenskala in die Verhältnisse des Eisenrahmens hinein zu 
zwängen, es geht dies jedoch nicht ohne Änderung der Saiten¬ 
skala ab; auch muß am Eisenmodell, um es für den späteren 
Gebrauch herzurichten, gehämmert und gemeißelt werden und 
hier und da müssen dann wieder Verstärkungen am Eisen¬ 
modell vorgenommen werden. All diese Mühe und Arbeit,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.