Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Pianoforte in seinen akustischen Anlagen
Person:
Hansing, Siegfried
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39581/135/
Resonanzboden der Pianoforte. 
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Vibrationen ausführen. Durch die Entfernung des Harzes 
gewinnt auch das Holz am Klange, sobald aber das Harzfett 
ganz verbraucht worden ist, wird das Holz morsch und das 
Gewebe lallt in sich zusammen; der Klang des Holzes wird 
dadurch wieder verschlechtert, und daher verlieren auch alte 
Geigen, sobald sie in diese Periode kommen, bedeutend am 
Klange. Nie kann man das Holz durch künstliche Mittel so 
gut für den Klang präparieren, wie es durch das Alter und 
den eigenen Harzverbrauch des Holzes geschieht. Das Holz 
hat das Harz zu seiner eigenen Konservierung nötig; bei dem 
Verkonsumieren des Harzes wird das Zellengewebe des Holzes 
nicht angegriffen oder gar zerstört, daher klingen alte Geigen¬ 
decken viel besser als alle dahin präparierten Decken. Daß 
aber auch sehr viel darauf ankommt, wie und wo der Baum 
gewachsen ist, ist selbstredend. Ist der Baum langsam ge¬ 
wachsen, so werden die sämtlichen Jahresringe fest sein und 
die Fäden nahe zusammen liegen, darum sollte man nur solche 
Bäume zu Pesonanzholz wählen, die einen schnellen, kräftigen 
Wuchs haben; solches erkennt man, sobald der Baum gerade 
gewachsen ist, eine große Höhe erreicht und einen großen 
Umfang hat. Da durch die Jahresringe das Alter eines Baumes 
bestimmt wird, so werden bei schnellem Wüchse und großem 
Umfange des Baumes auch die Fäden in dem Holze, da diese 
den Abschluß der Jahresringe bilden, nicht allzu nahe an ein¬ 
ander zu liegen kommen. Bei der schnellen Bildung des Holzes 
wird durch die größere Masse desselben auch der Harzverbrauch 
ein schnellerer sein, weshalb das Holz weit lockerer und leichter 
ist, die Fäden weit gleichartiger und zarter gewachsen und 
daher sehr elastisch in ihrer Masse sind. Damit aber auch der 
junge Nachwuchs des Baumes zu gebrauchen ist, sollte der 
Baum, ehe er gefällt wird, sein volles Wachstum vollendet und 
womöglich eine kurze Zeit darüber hinaus gestanden haben. 
Die Tanne erhält ihre Reife im achtzigsten Jahr, behält ihre 
Kraft bis 150 Jahre und erreicht ein Alter von 400 Jahren. 
Wir können den Resonanzboden der Pianoforte in drei 
Hauptteile zerlegen; erstens in die Resonanztafel, zweitens die 
Berippung der Tafel und drittens den Resonanzbodensteg. In 
dieser Weise ist der heutige Resonanzboden nicht von dem
        

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