Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Pianoforte in seinen akustischen Anlagen
Person:
Hansing, Siegfried
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39581/127/
Kapitel X. 
Resonanzboden der Pianoforte. 
Mit keinem anderen Teile des Pianofortes hat man sich 
wohl seit über hundert Jahren mehr und eingehender beschäftigt, 
als mit dem Resonanzboden. Waren es z. B. bei den Saiten¬ 
mensuren und der Mechanik nur einzelne Fabrikanten, denen 
diese Teile im Piano zu besonderen Studien Veranlassung gaben, 
so kann man wohl mit Sicherheit annehmen, daß bei der Her¬ 
stellung des Resonanzbodens fast jeder Pianofabrikant seine 
eigene Erfahrung durch Versuche gewonnen hat. Tausenderlei 
oft sich wiederholende Versuche sind mit ihm vorgenommen 
worden, und auch heute noch hat die Zahl der Versuche ihr 
Ende nicht erreicht. Es ist vorauszusehen, daß, solange Pianos 
gebaut werden, der Resonanzboden ein stetes Versuchsobjekt 
bleiben wird. Wir können uns wohl die Frage vorlegen: Was 
ist es für eiue Eigenschaft, die der Resonanzboden beim Piano¬ 
forte vertritt, ist uns diese Eigenschaft gänzlich unbekannt, so 
daß er uns deswegen in so rätselhafter Stellung zum Pianoforte 
erscheint? Hören wir die Ansicht, die einer der intelligentesten 
Pianomacher seiner Zeit, H. Welcker von Gontershausen, in 
seinem Buche „Der Klavierbau in seiner Theorie, Technik und 
Geschichte“ vertritt und auch heute noch von der Mehrzahl 
der Pianomacher und der gelehrten Welt vertreten wird, so ist 
es wohl erklärlich, daß uns ein sonst so einfach hergestellter 
Teil am Piano so rätselhaft in seiner akustischen Eigenschaft 
sein und so viel Unsicherheit in seiner Stellung zu den Saiten 
bereiten konnte. Welcker hält die Arbeit der Saiten mehr für 
Nebensache und erkennt, daß der wichtigste Teil für die Ge¬ 
staltung der Klänge der Resonanzboden sei. Kleine Ursachen,
        

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