Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Pianoforte in seinen akustischen Anlagen
Person:
Hansing, Siegfried
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39581/126/
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Das Pianoforte in seinen akustischen Anlagen. 
des Eisenrahmens wohl an drei Zentimeter über den Resonanz¬ 
steg hinausragt. Der Eisenrahmen wird an dieser Stelle 
gewaltsam heruntergeschraubt, und es ist nun selbstverständlich, 
daß bei dem Gewaltakt, den Rahmen niederzuzwingen, wogegen 
er sich sträubt, auch die Rast an dieser Stelle? aus ihrer Ruhe¬ 
lage gebracht wird. Da nun jeder dieser beiden Körper nach 
seiner Ruhelage strebt, so entsteht eine Spannung bei ihnen, 
die beim Wechseln des Standes eines solchen Instrumentes 
einem von den beiden Körpern zur Hülfe kommt, wodurch 
eine Änderung in der Stimmung hervorgebracht werden kann. 
Herr W. Gr o tri an in der Firma „Grotian-Steinweg Nachf.“, 
mit dem ich Gelegenheit fand, über seine neukonstruierte Holz, 
rast zu sprechen, teilt mir über dieselbe, in Verbindung mit 
Obengesagtem, folgendes mit: „Man kann sich hauptsächlich 
bei den Pianinos, die eine schwache Rast haben, überzeugen, 
daß eine angeschlagene Oktave am Übergang des Saitenbezuges 
zu groß oder zu klein wird, je nachdem man das rechte oder 
das linke Ende des Stuhlbodens anhebt, sodaß das Pianino nur 
auf den zwei hinteren Rollen zu stehen kommt. Von diesen 
Gesichtspunkten ausgehend, konstruierte ich die Kreuzrast, 
erzielte damit eine bedeutend größere Festigkeit schiefen Ver¬ 
ziehungen gegenüber und machte die Erfahrung, daß Trans¬ 
porte nicht mehr so folgeschwer für die Stimmhaltung der 
Klaviere sind. 
Der kräftige äußere Umrandungsbogen der Rast, sowie die 
beiden Kreuzhölzer im Rast und der dazu gehörige Längs¬ 
pfosten machen die verhältnismäßig flache Pianinorast zu 
demselben starren Gerippe, was die Flügelrast vermöge ihrer be¬ 
deutend größeren Höhe schon bei Anwendung geringerer Dicken¬ 
maße wird. Der Flügel ist auch insofern dem Pianino gegen¬ 
über im Vorteil, daß er auf seinen drei Beinen sicherer steht, 
als das Pianino auf seinen vier Rollen, die nur dann, wenn 
alle vier Rollen fest auf dem Fußboden zu stehen kommen, 
stets dasselbe Gewicht tragen, im anderen Falle aber 
verschieden belastet sind; ein Zustand, der an der leichten 
Verstimmung der Übergangssaiten wahrgenommen wird.“ 
Die neue Flügel- wie Pianino-Rast der Firma Grotrian- 
Steinweg Nachf. sind in Fig. 9 und 10 ersichtlich.
        

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