Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Beheizung der Wohnräume [Nachdruck aus: Natur und Kultur. Zeitschrift für Schule und Leben. München: 1904-05, 166-170, 201-204]
Person:
Musil, Robert
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39543/6/
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©te Veljetjung bet SBoïjnrâume. 
Ofen, unb felbft menn man mehrere oermenbet, 
bleibt bte ©rmärrnung ungleidhmäfjig. 9Ran ^at 
bem baburdh abguhelfcn Oerfudjt, bafj man bie 
abgiehenben, noch marmen ©afe nidjt bireft in 
ben Àamin leitete, fonbern oorerft in Kanälen 
unter bem gufjboben burdjführte. Xiefe ^anab 
tiling 1)at fief) jebod) nicht bemährt. Unb gmar 
beêmegen, meif fid) bie ©afe rafdh abfühlen, eine 
gleichmäßige ©rmärrnung alfo erft recht nidjt er* 
gielt mirb, bann burdf) Verminberung beê $uge§ 
in ben minflig geführten Kanälen, burdj grofje 
Schmierigfeiten ber Reinigung, enblid) burdf) bie 
l;ol;cn Soften, meldhe in gar feinem ©inflange 
mit ber erhielten Söirfung ftanben. 
Um tropbem grofje fRäunte, ja gange ©e= 
bäube ermärrnen gu fönnen, griff bie Xedptif gu 
anberen^onftruftionen, ben fogenannten „^entrai* 
jungen". Veoor mir biefelben befprechen, muffen 
mir jeboef) noch einiges gu ber im ©egenfah h'e5u 
alsßofalheigung begegneten £)eigungSart mitOefen 
nachtragen. ©S bezieht fidh auf baS Vrennmaterial. 
Sn bem 5Rafje als neue 2öärmequellen ber Xechnif 
erfdjloffen merben, bemüht fie fidh, biefelben auch 
ber Neigung bienftbar gu mad)en. §eute merben 
oon foldjen Oormiegenb petroleum, ©aS unb 
©leftrigität oermenbet. 
Ueber ben Petroleumofen ift niefjt oiel gu 
fagen. X)aS, maS uns bei feiner älteren Ver* 
manbten, ber Petroleumlampe, mitunter redjt 
läftig ift — bie bei ber Verbrennung ber Petro- 
feumgafe entftef)enbe SBärme — mirb hier gum 
Çauptgmed gemalt, ©in großer Vrenner, bar* 
unter ein fRohr ober ein Spftem Oon Röhren 
gum SInfaugen unb Vortoärmen ber Verbrennung^ 
fuft, bei größeren Oefen ein $Rof)r gum TOeiten 
ber oerbrannten ©afe finb bie miefpigften Xeile 
ber Sfonftruftion. S(me Vermenbung finben Pe* 
trofeumöfen meift nur in fleinen Verhältniffen, 
für meldje fie ihrer guten SBirfung halber recht 
geeignet finb. Unangenehm fönnen fie leidet burdj 
ihren ©eruch merben. 
©aSöfen üermenben meift bie Verbrennung 
oon SeudjtgaS gur SBärmeergeugung. SRan baut 
fie für größere SRäume als grofje 3h^erößn. 
Xiefe geftatten eine fehr genaue ^Regelung ber 
Xemperatur unb merben baher audh in Sabora* 
torien, mo eS auf eine fofdhe anfommt, Oor* 
miegenb oermenbet. Sn SBohnräumen gibt man 
ihnen meift eine an bie alten Kamine fidh ax[' 
lehnenbe gorm. X)aS ©harafteriftifdhe an biefen 
©aSfaminen ift, bafj fie befonberS ftrahlenbe 
Söärme oermenben. ©ine grofje Slngaht fleiner 
©aSflammen befinbet fidh öor einem gefrümmten 
S^etaKbledh, bem fogen. SRefleftor. Xurdh biefeS 
Vledh mirb bie SSärme gemiffermafjen gefammelt 
unb in baS ^burner gurüdgeftrahlt. 
Xiefe Kamine fehen recht nett auê, obmohl 
fie natürlich nicht annähernb fo anheimelnb finb 
mie ihre Vorbilbcr. 
Xie Vorgüge ber ©aêofen finb einfache Ve* 
bienung, Üîeinlidhfeit, rafeheê 51nheigen unb fRegel= 
barfeit ber Xemperalur. Seigere ift, mie ermähnt, 
fehr genau unb man hat fogar Oefen gebaut, 
melcfje automatifdh fidh felbft regeln. 9Ran be= 
mühte fidh auc*) mxt Erfolg burdh Vormärrnung 
ber Verbrennunglluft unb ^lehnlidhem, bie Soften 
herabgufe^en. 
Xicfen Vorgügen ftehen folgenbe 5Rad)teile 
gegenüber. 97idht immer ooUftänbige ©erudhlofig= 
feit, 9Rögli^feit oon Seudjtgaêauêtritt unb bem= 
entfpredhenbe ©£pIofionê= unb Vergiftungêgefahr, 
enblich Xurchroften ber Ofenteile unb £>urd)s 
feudhten ber fRaudjrohrmanbung infolge beê fidh 
abfe^enben Sfonbeufationêmafferê (auf 1 m3 oer- 
brannteö ©a§ fommt ungefähr 1 1 fidh nieber- 
fchlagenbeê SSaffer). Xie 5fonftruftionen finb aber 
heute fo ooüfommen, ba^ berjenige, meldher über= 
haupt Seudhtgaê in feiner SBohnung Oermenbet, 
baêfelbe gemt^ mit großem Vorteil audh gur Ve- 
heigung- herangiehen fann. 
©1 eftrifdhe Oefen merben megen beê teuren 
Vetriebeê fyute nodh feiten Oermenbet. 5lm häufig^ 
ften in 97orbamerifa, jebodh merben foldhe audh 
in Xeutfdjlanb gebaut unb oermenbet. @ie be* 
ruhen barauf, baff ein Oon einem eleftrifdjen 
(Strom burdhfloffener Xraf)t biefem einen gemiffen 
SSiberftanb entgegenfejjt unb fidh infolgebeffen er- 
hi£t. ^lufeerbem leiften bünneXrähte einen größeren 
SBiberftanb alê bide oon gleichem SRaterial. Xurch 
©infdhaltung Oerfchiebener SBiberftänbe hat man 
bie ^Regelung ber Xemperatur in ber ^>anb. 
§iemit mären bie Sofalheigungen erfchöpft 
unb eë erübrigt nodh Vefprecljung jener 
^eigungêanlagen, bie man unter bem SRamen 
3entralhe‘5utl9 gufammenfafet. 
(@d)Iu& folgt.) 
IJI
        

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