Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Beurteilung der Lehren Machs (Inaugural-Dissertation) [Reprint der Ausgabe Berlin 1908]
Person:
Musil, Robert
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39540/75/
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als Namen für gewisse algebraische Ausdrücke ge¬ 
brauchte, die bei der Beschreibung der Bewegungen 
ständig Vorkommen. In dieselbe Richtung fällt dann die 
Hertzsehe Darstellung der Mechanik, z. T. die energetische 
Behandlungsweise der Physik, die Maxwellsche Elektri¬ 
zitätstheorie u. a. 
Allein so sehr dies für Mach zu sprechen scheint und 
obwohl er sich nicht nur auf die modernen Darstellungs- 
weisen beruft, sondern sogar auf direkte Aussprüche von 
Kirclilioff und anderen Physikern1), so ist dies alles tat¬ 
sächlich doch noch sehr von seinen Bestrebungen zu 
unterscheiden. Denn wenn man sagt: ich als Physiker 
kann mich mit diesem Gegenstände nur in dieser Be¬ 
deutung befassen, so ist das bloß eine Wandlung der Auf¬ 
gabe, aber noch keine der Sache, es schließt andere Inter¬ 
essen keineswegs aus, das Betonen des spezifisch physi¬ 
kalischen Standpunkts enthält durchaus noch keine „anti- 
metaphysische“ Tendenz. 
Damit kommen wir aber auf das eigentlich Ent¬ 
scheidende, auf das Spezifische der Machschen Position, 
auf das, was nicht mehr der modernen Physik schlecht¬ 
weg, sondern speziell nur ihm eigentümlich ist. Er sagt, 
die besprochenen Begriffe verschwinden nicht nur von der 
Oberfläche, sondern sie fallen überhaupt aus; sie sind auf 
Grund der Sachlage sowohl unmöglich als auch über¬ 
flüssig, denn das wissenschaftliche Weltbild ist auch ohne 
sie vollständig in sich geschlossen. 
Das alles soll in den funktionalen Gleichungen liegen. 
Aber, fragen wir uns, was ist ihnen denn eigentlich zu 
entnehmen? Sie zielen auf die Berechnung gewisser Merk¬ 
male auseinander; Mach wendet dies so, daß diese Ab¬ 
hängigkeit nur als logische erscheint, daß statt der Ur¬ 
sache nur die Rolle des Erkenntnisgrundes bleibt. Aber 
dies ist eine unvollständige Betrachtungsweise. Denn 
selbstverständlich entspricht auch der in einer 
% 
1) z. B. E. u. J. 282. 
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