Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Beurteilung der Lehren Machs (Inaugural-Dissertation) [Reprint der Ausgabe Berlin 1908]
Person:
Musil, Robert
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39540/42/
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wähnte Beziehung.1) Ebenso ging Carnot bei Betrach¬ 
tung seines Kreisprozesses von der Black’sclien Stoffvor¬ 
stellung aus, sein Resultat hat sieb aber unabhängig da¬ 
von erhalten.2) Ebenso erhielt sieh der Gedanke, daß die 
farbigen Lichter unabhängige, unveränderliche, * bestän¬ 
dige Komponenten des weißen Lichtes sind, wie dies New¬ 
ton gefunden hatte, was er aber in Gedanken hinzutat, die 
stoffliche Auffassung, fiel wieder davon ab.3! Aber auch 
von der Huygens’schen Undulationstheoi ie des Lichtes 
bleibt, wm wir schon gehört haben, eigentlich nichts über 
als daß ,,die periodischen Eigenschaften des Lichtstrahls 
sich wie geometrisch summierbare Strecken in einem 
zweidimensionalen Räume verhalten“.4) Und ebenso 
„haben sich die Eigenschaften des Aethers, des lichtfort¬ 
pflanzenden Raumes, der sich teilweise wie eine Flüssig¬ 
keit, teilweise aber wieder wie ein starrer Körper verhält, 
nach und nach begrifflich bestimmt“.5) 
Eine solche lediglich begriffliche Fassung der Tat¬ 
sachen, die nichts Unwesentliches mehr enthält, nennt Mach 
eine direkte Beschreibung.6) Hat man einmal den zu ihr 
strebenden Zug der Entwicklung erfaßt, so empfiehlt es 
sich überhaupt, sobald man der heuristischen Dienste der 
Hypothese entbehren kann, stets die indirekte Beschrei¬ 
bung durch eine direkte zu ersetzen.1) „Wenn der Geo¬ 
meter die Form einer Kurve erfaßen will, so zerlegt er sie 
zuvor in kleine, geradlinige Elemente. Er weiß aber wohl, 
daß dieselben nur ein vorübergehendes willkürliches Mit¬ 
tel sind, stückweise zu erfassen, was auf einmal nicht ge¬ 
ll P. V. 272, 196/197; W. L. 185/186, 193. 
2) P .V. 192. 
3) E. u. J. 267. 
4) E. u. J. 244. 
5) E. u. J. 244/245. 
6) P. V. 267. E. u. J. 244/245 „Die Auffassungen, welche sich 
so ergeben haben, sind keine Hypothesen mehr, sondern Forderungen 
der Denkbarkeit der Tatsachen, Ergebnisse der analytischen Unter¬ 
suchung. Wir können an denselben als sicher feststellen, auch wenn 
wir gar keine Analogie dafür finden . . 
7) P. V. 275. 
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