Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Beurteilung der Lehren Machs (Inaugural-Dissertation) [Reprint der Ausgabe Berlin 1908]
Person:
Musil, Robert
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39540/19/
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these dem Ergebnis dieses Vergleiches entsprechend modi¬ 
fiziert.1) 
b) Alle Hilfsmittel der Naturforschung dienen 
ihrer Oekonomie. Vor allem die mathematischen, deren 
Fruchtbarkeit „auf der größten Sparsamkeit der Denk¬ 
opera tionen“ beruht.2) Aber auch alle heuristischen Me¬ 
thoden. Ihre Grundmethode ist die der Veränderung.3) 
„Die Methode der Veränderung führt uns gleichartige 
Fälle von Tatsachen vor, welche teilweise gemeinschaft¬ 
liche, teilweise verschiedene Bestandteile enthalten. Nur 
bei der Vergleichung verschiedener Fälle der Licht¬ 
brechung mit wechselnden Einfallswinkeln kann das Ge¬ 
meinsame, die Konstanz des Brechungsexponenten her¬ 
vortreten, und nur bei Vergleichung der Brechung ver¬ 
schiedener Farben kann auch der Unterschied, die Un¬ 
gleichheit der Brechungsexponenten die Aufmerksamkeit 
auf sich ziehen. Die durch die Veränderung bedingte 
Vergleichung leitet die Aufmerksamkeit zu den höchsten 
Abstraktionen und zu den feinsten Distinktionen zu¬ 
gleich.“4) Dadurch, daß die Vergleichung5 6) den Kern 
alles induktiven Verfahrens0), zumal den des Experi¬ 
mentes bildet, arbeitet diese ganze Methodik auf Konti- 
1) Vgl. E. u. .1. 243 f, 313; P. V. 256 Vgl. auch E. u. J. 109, P. V. 
256, W. L. 387. 
2; P. V. 224 M. 526 f. 
3) p'. V. 257 i., E.'u. J. 180, 185 f., 188; W. L. 388. 
4) P. V. 258. 
5) Durch eine Vergleichung wird natürlich auch die vorhin er¬ 
wähnte Hypothesenbildung eingeleitet und getragen. Aber nicht nur 
dies: schon dem elementaren Urteile und seiner Mitteilung liegt ein 
Vergleichungsvorgang zugrunde (W. L. 396, 397; A. d. E. 248/249; 
P. V. 266; E. u. J. 240; M. 5, 6) und andererseits terminieren gerade 
wieder die höchstentwickelten Stadien der Wissenschaft in Gebilden, 
deren Nerv die Vergleichung ist, nämlich in mächtig ausgespannten 
Analogieen (E. u. J, 217—229). So ist es die Vergleichung, wvlche . . 
das mächtigste innere Lebenselement der Wissenschaft darstellt“, 
und man könnte im Hinblick darauf geradezu von „vergleichender 
Physik“ sprechen. (P. V. 266, vgl. W. L. 396—406). 
6) „ln der Tat lassen sich die mannigfaltigen von J. St. Mill 
aufgezählten Methoden der Naturforschung . . als Formen . . . der 
Methodp der Veränderung erkennen“, heißt es P. V. 257. 
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