Bauhaus-Universität Weimar

Die ersten Werkzeuge. 
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ich habe daher die Frasre nach der Beschaffenheit der Geräthe 
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des Menschen in der Urzeit in diesem einerseits etwas engen, 
andererseits zugleich weitergreifenden Sinne fassen zu dürfen 
geglaubt. Ich nehme keinen Anstand zu behaupten, dass es 
eine Zeit gegeben haben muss, wo der Mensch Geräthe und 
Werkzeuge nicht besass, sondern sich durchaus mit seinen na¬ 
türlichen Organen begnügte; dass hierauf eine Zeit folgte, wo 
er schon im Stande war, diesen Organen ähnliche, zufällig auf¬ 
gefundene Gegenstände zu erkennen, zu nutzen, die Kraft sei¬ 
ner natürlichen Werkzeuge durch sie zu erweitern* zu erhöhen, 
zu bewaffnen, um z. B. eine hohle Pflanzenschale als Surrogat 
für die hohle Hand, welche das erste Gefäss gewesen war, zu 
verwenden. Erst nachdem der Gebrauch dieser zufällig sich 
darbietenden Geräthe geläufig geworden war, trat auf dem 
Wege der Nachbildung die schöpferische Thätigkeit ins Leben.“ 
Man hat hierbei stets das allmälige Nachlassen der un¬ 
mittelbaren Nachhülfe durch die Hand im Auge zu behal¬ 
ten. Das Handwerkzeug ruht voll und ganz in der Hand des 
Menschen; daher heisst es Handsäge, Handbohrer, Handbeil, 
Handhammer. Bei der Maschine jedoch giebt die mensch¬ 
liche Hand meistens nur Anfang, Richtung und Stillstand 
der Bewegung an. Diese Mechanismen bedürfen nicht einer 
unausgesetzt unmittelbaren Fassung mit der Hand. Sichel 
und Sense werden von ihr allein geführt, bei der Mäh¬ 
maschine wird die Handkraft durch thierische Kräfte unter 
Aufsicht und Leitung des Menschen ersetzt. Niemals aber 
ist bei irgend einer Maschine die Menschenhand völlig 
aus dem Spiele; denn auch da, wo ein Theil des Mecha¬ 
nismus sich gänzlich ablöst, wie der Pfeil, die Gewehr¬ 
kugel, die dem Schiffbrüchigen die rettende Leine über¬ 
bringende Rakete, ist die Abweichung nur vorübergehend 
und scheinbar. 
Der zum Schutz und zur Verstärkung ergriffene und 
in der Hand ver bleibende- Stein ist immnmittelbarer Ver^
        

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