Bauhaus-Universität Weimar

Den Staat. 
r. Unsere Beschäftigung mit des Menschen artefactischer 
Aussenwelt fand scheinbar in so einseitigem Vorgehen 
statt, dass dem gleichzeitig mitentstehenden Staat und der 
Wechselbedingung ihres beiderseitigen Zustandekommens 
nicht die gleiche Aufmerksamkeit zugewendet wurde* ? Nun 
ist der vollendeten Thatsache nicht länger r auszuweichen, 
dass das Reich der mechanischen Bildungen, dessen Ein¬ 
zelformen der schroffen Gegensätzlichkeit zum leiblichen 
Organismus sich nicht entziehen können, als ein Ganzes 
dem Staatsorganismus integrirend angehört. ^ -j- 
So haben wir es auf einmal mit zweL organischen 
Gebieten zu thun, mit dem menschlichen Einzelorganismus 
und mit dem staatlichen Gesammtorganismus. Jenem stan¬ 
den einzelne Artefacte gegenüber, mechanische der unter¬ 
schiedlichen Gliederung und den besonderen Functionebezie- 
hungen nachgeformte Machwerke — hier der Mensch und da 
die Maschine, — während der menschliche Leib in seiner 
organischen Totalität das Urbild des staatlichen Gesammt¬ 
organismus ist. Wollte man auch hier trennen: auf der 
einen Seite der Mensch und auf der anderen Seite der 
Staat, so würde der Staat gleich jenen Einzelartefacten 
lediglich als Mechanismus zu beurtheilen sein. Daher ; ge¬ 
nügt in diesem Falle Vorbildlichkeit des Einzelorganismus 
allein nicht. Vielmehr machen alle Einzelorganismen ; in 
voller selbsteigner Leibhaftigkeit zugleich auch die eigent¬ 
lich organische Substanz der staatlichen Schöpfungf au#. 
Das Vorbild für die Organisation ihrer Gesammtarbeit ist 
allerdings 'kein anderes als das, welchem auch die Herr 
Stellung der besonderen Artefacte zu .folgen hatte. : 
Wie nun im Einzelorganismus, dessen ursprünglich 
anorganische oder chemische Bestandteile kraft, der. orgär 
nischen Idee andere Verbindungen eingehen, als sie je im.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.