Bauhaus-Universität Weimar

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Das morphologische Grundgesetz. 
einer Uridee hervorgequollener, nach demselben Grund- 
verhältniss gegliederter, von vollkommenster Harmonie und 
Eurythmie durchdrungener Organismus“, und hat „über¬ 
haupt das Grundprincip aller nach Schönheit und Tota¬ 
lität drängenden Gestaltung im Reich der Natur wie im 
Gebiete der Kunst, erst in der Menschengestalt seine voll¬ 
kommenste Realisation“ erfahren. Hieraus folgt, dass das 
Grundverhältniss seine constituirende Macht, so weit wie 
des Menschen Gestaltungsbedürfniss reicht, bewähren muss. 
Ueherlassen wir nunmehr die Ausbeute aus Zeising's 
Forschungen, inwiefern das höhere Kunstwerk daran be¬ 
theiligt ist, der Aesthetik und wenden wir uns den Vor¬ 
stufen der höheren räumlichen Kunstdarstellung zu, dem 
Handwerk, und weiterhin dem Kunsthandwerk, also 
dem Gebiet, zu welchem der Eingang unserer Arbeit in 
nächster Beziehung steht. 
Wir knüpfen an die Thatsache an, dass die Extre¬ 
mitäten des menschlichen Körpers durch Umsetzung ihrer 
Unterschiede in Maassstab und Anzahl zu „Gliedmaassen“ 
werden, dass diese der Leiblichkeit entlehnten Maasse, 
vornehmlich die einfachen äusserlich an Arm und Hand 
und Fuss ins Auge fallenden, Dimensionen sind, und dass, 
unter Voraussetzung eines allgemeinen, die besonderen 
Formen regelnden Gliederungsprincips, Fusslänge und Fin¬ 
gerzahl keine Zufälligkeiten, sondern leibliche Einrich¬ 
tungsgesetze sind. Daher halten wir uns zunächst an 
das Organ, von welchem das Handwerk seinen Namen 
führt, und an das ihm unmittelbar zugehörige Ganze, den 
Arm. (Fig. 36. 37.) 
Die erste Theilung des bis zur Mittelfingerspitze aus¬ 
gestreckten Armes in Ober- und Unterarm geschieht genau 
durch die Falte, welche das innere Ellbogengelenk bildet,
        

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