Bauhaus-Universität Weimar

226 Das morphologische Grundgesetz. 
Da ihm die menschliche Gestalt die Bildung ihres Ein¬ 
schlusses ist, so lässt er schon von vornherein in dieser 
Umschliessungsform das Grundverhältniss auftreten, welches 
innerhalb seiner in unendlicher Selbstwiederholung zu 
höchster Fülle und Mannigfaltigkeit ebenmässiger Glie¬ 
derung aufgeschlossen ist. Er hält es nicht für angezeigt, 
durch Berufung auf Beispiele seine Beweisführung zu 
stützen, nur das im Auge behaltend, was unmittelbar 
dazu gehört, die Sache ihren Beweis durch sich selbst 
führen zu lassen. „So wäre denn wohl“, wie er am Schluss 
seiner Abhandlung sagt, „die harmonisch gesetzmässige 
Entwickelung des Einen aus dem Anderen schlagend be¬ 
wiesen und damit festgestellt, dass ein jedes andere Maass 
aller wissenschaftlichen Begründung entbehrt.“ 
Das Normalverhältniss, auf dessen Erforschung von 
Alters her so viele in Kunst und Wissenschaft hervor¬ 
ragende Geister ausgegangen waren, es war demnach 
kein Phantom! 
t 
Festgestellt wie es nunmehr ist, wird es die alte Wahr¬ 
heit, dass der Mensch das Maass ist der Dinge, nach¬ 
haltig bekräftigen helfen, und deshalb auch sich als eine 
mächtige Stütze der Lehre von der Organprojection be¬ 
währen. Yon dieser seiner Bedeutung hat zunächst der 
ganze Bereich der Aussenwelt Zeugniss abzulegen. Ausnah¬ 
men giebt es, wo das Ebenmaass in Frage steht, .eigent¬ 
lich nicht, und was jeweilig als solche erscheint, wird sich 
einer späteren Forschung eben als Schein enthüllen. 
In dieser Ueberzeugung hat denn auch Zeising keinen 
Anstand genommen, in seinem bahnbrechenden Buche 
sich der speciellen Darstellung des Proportionalgesetzes 
in den verschiedenen Gebieten der Natur und der Kunst 
zu unterziehen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.