Bauhaus-Universität Weimar

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Die Maschinentechnik. 
hanges mit der Leiblichkeit vorübergeführt und machten 
vorläufig da Halt, wo mittels des elektrischen Telegraphen 
das Spiel des Gedankens die bis jetzt höchste Beweglichkeit 
auf mechanischer Unterlage erreicht hat. Zugleich ge¬ 
statteten wir uns, im voraus von hier einen Blick auf das 
Gebiet zu werfen, in welchem neben der räumlichen Dauer¬ 
haftigkeit fester mechanischer Formen auch die zeitliche 
Dauer solcher Gestaltungen bemerkbar wird, die als Er¬ 
scheinungsmittel geistiger Functionen im Fluss des Ver¬ 
schwindens und Wiederkehrens der derb sinnlichen Haft 
sich entziehen. 
Es war die Dampfmaschine in Bezug auf die Er¬ 
zeugung, Unterhaltung und Wirkung der Kraft ein so ent¬ 
sprechendes Abbild des leiblichen Organismus, dass bei 
oberflächlicher Betrachtung die Unterscheidung von me¬ 
chanischem Bewegungszwang und organischer Bewegungs¬ 
freiheit beirrt wurde, und dass die Vorstellungen von 
Maschine und Mensch sich geradezu verwirrten. 
Bevor wir uns nun über die durch den Telegraphen 
bewerkstelligte machinale Gedankenbeförderung hinaus auf 
das oben erwähnte Gebiet einer mehr directen Vermittelung 
geistiger Mittheilung wagen, liegt uns hauptsächlich ob, 
dass wir über den Begriff der Maschine vollkommene Klar¬ 
heit suchen. 
Denn um beantworten zu können, ob der Mensch eine 
Maschine sei oder nicht, müssen wir vor allen Dingen wis¬ 
sen, was die Maschine in Wahrheit ist, kurz der Begriff 
der Maschine muss feststehen, um an ihm die Vorstellung, 
die wir uns von uns selbst machen, messen zu können. 
Diese Möglichkeit ist recht eigentlich erst neuer¬ 
dings gegeben worden, seit Reuleauæ in seinem Werk über 
^Theoretische Kinematik“ den Begriff der Maschine
        

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