Bauhaus-Universität Weimar

Der elektromagnetische Telegraph. 
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jedes allzu bedächtige „gleichsam“ oder 
„gewissermaassen“ vor dem kategori¬ 
schen „in d er That“ aus einem Munde, 
dem ein kategorisches Wort so wohl 
ansteht, und vor der offenen, keine Ne¬ 
bendeutung und keinen Vorbehalt zu¬ 
lassenden Erklärung: Die Nerven sind 
Kabeleinrichtungen des thierischen Kör¬ 
pers, die Telegraphenkabel sind Ner¬ 
ven der Menschheit! Und, fügen wir 
hinzu, sie müssen es sein, weil das 
charakteristische Merkmal der Organ- 
projection das unbewusste Vorsichge- 
hen ist. Oder hätten etwa die Män¬ 
ner, denen es vor anderen gelang, 
mittels des elektrischen Stromes Nach¬ 
richten in die Ferne zu senden, vor 
dem ersten Versuche den bewussten 
Vorsatz gehabt und ausgeführt, einen 
Nerv zu zergliedern, plastisch genau 
nachzuconstruiren und eine ihrem leib¬ 
lichen Nervensystem gleiche Verzwei¬ 
gung von elektrischem Gestränge über 
den Erdboden zu legen? (Fig. 26. 27.) 
Weiter darauf eingehend, wie sich die 
am Telegraphenkabel gemachten Erfah¬ 
rungen in der Nerventhätigkeit wieder¬ 
holen, äussert * Virchow ferner: „Wüssten 
wir gar nichts über die Natur der durch 
den Reiz im Nerven hervorgerufenen Ver¬ 
änderung, kennten wir den Nervenstrom 
nicht, so würde doch die Aehnlichkeit mit den Telegraphen¬ 
einrichtungen ins Auge springen. Aber wir wissen zunächst 
Tiefsee-Kabel vom 
Jahre 1865.
        

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