Bauhaus-Universität Weimar

122 Die innere Architektur der Knochen. 
Der Werth und die Bedeutung des Mittels solcher Er¬ 
kenntnis muss nothwendig mit dem Erfolg seiner An¬ 
wendung wachsen, und es wird daher nicht ausbleiben, 
dass die Männer von Fach, wie Maas Heinzen sehr wahr 
bemerkt, „zunächst an das mechanische Wirken denken, 
oder wenigstens für alle wirkende Ursachen eine 
Analogie suchen in dem Mechanismus“, und dass 
sie nur in der Ausdrucksweise der Mechanik die erste 
Auskunft über neue physiologische Funde zu ertheilen im 
Stande sind. (Die mech. und die teleol. Weltanschauung. 
Grenzboten 1874, No. 42.) 
Der Weg, auf dem so die Wissenschaft selbst sich 
ihre Einsicht verschafft, ist selbstredend der geeignetste, 
um sich auch exoterisch verständlich zu machen. 
Wenn also die Physiologie das Lebendige in der von 
der Betrachtung und Benutzung des Mechanischen über¬ 
kommenen Anschauungsform darstellt, so ist gebührende 
Anerkennung ihr um so mehr zu zollen, als ohne diese 
mechanistische An- und Auffassung der Sache die wich¬ 
tigsten und segensreichsten Entdeckungen überhaupt gar 
nicht möglich gewesen wären. Freilich entledigen sich te¬ 
leologische Wahrheiten nur sehr allmälig der Eierschalen 
ihrer Herkunft, wie denn auch heute noch selbst Astro¬ 
nomen ptolemäisch und nicht copernikanisch sich aus- 
drücken, wo sie gemeinfasslich sein wollen. Daraus geht 
hervor, dass die mechanistische Auffassung des Lebendigen 
eigentlich nur in dem sprachlichen Ausdruck besteht, den 
man in seiner sinnlichen Darstellungsform als ein Werk¬ 
zeug für das Yerständniss idealer Beziehungen zu betrach¬ 
ten hat. 
Der Rapport zwischen der mechanischen Yorrichtung 
und einem bestimmten organischen Gebilde ist prädestinirt.
        

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