Bauhaus-Universität Weimar

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Die innere Architektur der Knochen. 
Wolff zeigt ferner, „dass sowohl der Oberschenkel 
wie der Krahn durch die Körperlast auf die Biegungs¬ 
festigkeit beansprucht wird, dass dadurch alle Theilchen 
der Seite des grossen Rollhügels (Trochanter major) ausein¬ 
ander gezerrt, alle Theilchen auf der inneren Gegenseite 
(Adductorenseite) zusammengedrückt werden.* Es wird so¬ 
mit jene die Zugseite, diese die Druckseite des 
Oberschenkels genannt werden müssen.“ (Fig. 24.) 
„Zerrung und Pressung sind aber nicht die einzigen 
Wirkungen der äusseren Kraft, welche einen auf Biegungs¬ 
fähigkeit beanspruchten Körper belastet. Hier haben die 
Theilchen eines jeden Querschnittes das Streben, sich gegen 
die Theilchen des benachbarten Querschnittes, und die 
Theilchen jedes Längenschnittes das Streben, sich gegen 
die des benachbarten Längenschnittes zu verschieben. Die 
Kraft, mit der dies geschieht, nennt man die S chub- oder 
Scheerkraft, und es wird demnach in jedem Schnitt 
noch eine Spannung, die Schubspannung hervorgerufen, 
welche der Verschiebung zweier benachbarter Schnitte 
gegen einander Widerstand leistet.“ 
Aus der Beweisführung für das Obige, die in der 
Wolff sehen Abhandlung allein gegen dreissig Seiten füllt, hebe 
ich schliesslich in der Kürze die folgenden, sehr wichtigen 
Resultate heraus: „Nach Culmann „„leistet ein Körper 
bei Beseitigung der scheerenden Kräfte dem Zug und 
Druck der Last die grössten Widerstände und wird dem¬ 
nach eine eben so grosse Belastung aushalten können ohne 
zusammenzubrechen, als wäre er solide. Mit derselben 
erreicht man es durch die zweckmässigste Form, welche 
alle Erschütterungen und Oscillationen an der Brücke 
möglichst vermeidet, den Materialaufwand und die Kosten 
der Brückenträger auf ein Minimum zu reduciren.““
        

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