Bauhaus-Universität Weimar

waren beim ersten Versuch eine ganze Reihe von Phasen 
noch nicht vollständig abgeklungen, als eine neue eintrat. 
Diese Versuche lehren offenbar, daß auch äußerst große 
« 
Sukzessionsgeschwindigkeiten zulässig sind, wenn die Phasen 
einander nur räumlich genügend nahe liegen. Wir müssen 
also jetzt zusammenfassend sagen: 
Die Bewegung muß so schnell sein, daß ein un¬ 
gestörter, ununterbrochener und nicht stoßweise er¬ 
scheinender Bewegungseindruck auftritt, aber nicht 
so schnell, daß mehrere Bilder gleichzeitig er¬ 
scheinen. Doch darf die Bewegungsgeschwindigkeit 
beliebig gesteigert werden, wenn die Phasen ein¬ 
ander räumlich genügend nahe treten, da hierdurch 
das gleichzeitige Sehen mehrerer getrennter Phasen 
ausgeschlossen wird. 
Die räumliche Nähe bzw. Entfernung der einzelnen Phasen 
ist nun nicht nur dafür maßgebend, ob wir gleichzeitig nur 
ein Bild oder mehrere sehen; sie ist vielmehr auch von Ein¬ 
fluß auf das Zustandekommen des Bewegungseindruckes als 
solchen. Unsere Versuche über die Abhängigkeit des Be¬ 
wegungseindruckes von der räumlichen Entfernung der Phasen 
wurden wieder mit den oben erwähnten kleinen Glühlampen 
angestellt. 
Ließ ich die Lämpchen bei einem Zeitintervall von 180 o' 
sukzessive aufleuchten, dann bekam ich den deutlichen Ein¬ 
druck einer ungestörten, nicht stoßweise verlaufenden Be¬ 
wegung. Wenn nun bei übrigens gleicher Einstellung des 
Apparates nur das 1., 3., 5., 7., 9., 11. und 13. Lämpchen 
erleuchtet wurde*, so erschien die Bewegung schon etwas zer¬ 
hackt. Dies war noch mehr der Fall, wenn nur das 1., 4., 
7., 10. und 13. Lämpchen erleuchtet wurde. Der zerhackte 
Charakter der Bewegung wurde noch deutlicher, als nur das 
1., 5., 9. und 13. Lämpchen benutzt wurde. Das bewegte 
Mabbe, Kinematographische Projektionen. 6 
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