Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der physiologischen Optik
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39509/854/
842 
NACHTRÄGE 
Ich glaube deshalb nicht, dass wir gezwungen sind die Ansicht, dass die 
Zapfen der Netzhaut die empfindenden Elemente seien, aufzugeben. Andererseits 
kann nach den neuesten Beobachtungen von M. Schultze in Betracht kommen, 
dass die gegen die Aderhaut gewendeten und durch schwarzes Pigment von einan¬ 
der getrennten, stabförmigen Enden der Zapfen des gelben Flecks nur 0,00066 Mm. 
messen, und sie vielleicht allein, nicht die ganzen Zapfen die empfindlichen 
Elemente sind. 
Die ärztlichen Bestimmungen der Sehschärfe werden in der Regel mit 
Buchstaben von verschiedener Grösse ausgefiihrt, welche man aus grösserer 
Entfernung und mit passender Unterstützung der Accommodation durch Brillen¬ 
gläser betrachten lässt. Als Maass der Sehschärfe eines Auges benutzt man 
einen Bruch, dessen Zähler der Abstand ist, in welchem jene Buchstaben noch 
gelesen werden konnten, dessen Nenner dagegen die Entfernung ist, aus der sie 
unter einem Winkel von 5 Winkelminuten erscheinen. Die letzteren Entfernungen 
sind bei Buchstabenproben, welche Snellen veröffentlicht hat, schon angegeben. 
Im Durchschnitt findet sich nacli Vroesom de Haan diese Genauigkeit im 
\ 0. Lebensjahre gleich 1,1, im 40. gleich 1,0, im 80. gleich 0,5 und nimmt 
überhaupt mit steigendem Lebensalter continuirlich ab. 
Nach den Beobachtungen von E. Javal ist aber bei Correction des Astig¬ 
matismus und guter Beleuchtung (gleich der von 500 Kerzen in 1 Meter Ent¬ 
fernung) die Genauigkeit des Sehens um x/4 bis y3 grösser, als de Haan angab. 
1854. Bergmann. Zur Kenntniss des gelben Flecks der Netzhaut. Henle und Pfeufer 
Zeitschr. (2) 245—252. 
1855. Budge. Beobachtungen über die blinde Stelle der Netzhaut. Yerhandl. des naturhist. 
Vereins d. Rheinlande. 1855. S. XLI. 
1860. G. Braun. Notiz zur Anatomie der Stäbchenschicht der Netzhaut. Wien. Ber. 
XLII, S. 15—19. 
— G. M. Cavallieri. Sul punto cieco dell’ occhio. Atti dell’ Istituto Lombardo. II, 
89 — 91. 
1861. H. Müller. Bemerkungen über die Zapfen am gelben Fleck des Menschen. Würz¬ 
burger Zeitschrift für Naturk. II, 218 — 221. 
1862. H. Snellen. Letterproeven ter bepaling der gezigtsscherpte, Utrecht. 
— J. Vroesom de Haan. Onderzoek naar den invloed van den leeftijd op de gezigts¬ 
scherpte. Utrecht. 
— A. W. Volkmann. Physiologische Untersuchungen im Gebiete der Optik. Leipzig. 
Heft 1, S. 65. 
1863. Wittich. Studien über den blinden Fleck. Archiv für Ophthalm. IX, 3, S. 1—38. 
— K. Vierordt. Ueber die Alessung der Sehschärfe. Ebenda. S. 219 — 223. 
1864. Aubert. Physiologie der Netzhaut. Breslau. S. 187 — 251. 
— W. Zehender. Historische Notiz zur Lehre vom blinden Fleck. Archiv für Oph¬ 
thalm. X, 1, S. 152 —155. 
— O. Funke. Zur Lehre von den Empfindungskreisen der Netzhaut. Bericht der 
naturforsch. Ges. zu Freiburg i. Br. HI, S. 89 — 116. 
— Donders. Anomalies of accommodation and refraction. London, p. 188 — 203. 
§. \ 9. Die einfachen Farben. 
Ueber die Durchstrahlbarkeit der Augenmedien für Wärme liegen neue 
Versuche von J. Janssen und R. Franz vor. Beide fanden die Absorptionskraft 
der Augenmedien für Wärmestrahlen verschiedener Art, namentlich auch für 
dunkle Strahlen der des Wassers sehr ähnlich. Nur die Hornhaut und Kry- 
stallinse scheinen nach Franz von den rothen Strahlen etwas mehr zu absorbiren
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.