Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der physiologischen Optik
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39509/76/
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ERSTER ABSCHNITT. DIE DIOPTRIE DES AUGES. 
§• 10. 
gerechnet wird, falls das zweite Bild hinter dem ersten liegt. Setzen wir statt 
seinen Werth, so erhalten wir als Ausdruck für die Entfernung: 
„ — JjlL__L_ „ 
~ fl —F 
12 
Uiffercntiircn wir diese Gleichung nach fl, so erhalten wir 
de __ /i2— 2/i F 
dfi (fi-F)* ' 
Hiernach wird de= 0, d. h. e ein Maximum oder Minimum, wenn entweder ft — 0 
oder /j = 2F, und zwar wird es sowohl für positive wie negative Brennweiten 
ein Minimum für f1 = %F, und ein Maximum für f1 — 0, wie man leicht aus dem 
Ausdruck für e erkennt. 
Werke, in welchen die Brechung der Lichtstrahlen in centrirten Systemen kugeliger 
Flächen behandelt wird, sind folgende: 
1738. Cotes in Smith a complete system of optics. Cambridge. Vol. II. 76. 
1757 U.61. Euler in Histoire de l’Acad. roy. de Berlin pour 1757. p. 283. — Ibid, pour 
1761. p. 201. 
1765. Euler Précis d’une théorie générale de la dioptrique in Hist, de l’acad. roy. des 
sc. de Paris. 1765. p. 555. 
1778U.1803. Lagrange in Nouv. Mém. de l’acad. roy. de Berlin pour 1778. p. 162. — Ibid. 
1803. p. 1. 
1822. Piola in Effemeridi astron. di Milano per 1822. 
1830. Möbius in Crelle’s Journal für Mathematik. Bd. V. S. 113. 
1841. * Bessel in Astronom. Nachrichten. Bd. XVIII. S. 97. 
* Gauss Dioptrische Untersuchungen. Göttingen. — Abdruck aus Abhandl. d. 
Kön. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. Th. 1. von den Jahren 1838 — 43. 
1844. Encke De formulis dioptricis. Ein Programm. Berlin. 
Moser Ueber das Auge, in Dove’s Repert. d. Physik. Bd. V. S. 289. 
1851. Listing Art. Dioptrik des Auges, in R. Wagner’s Handwörterbuch d. Physio¬ 
logie. Bd. IV. S. 451. 
§. 10. Brechung der Strahlen im Auge. 
Das Auge verhält sich gegen das einfallende Licht im Wesentlichen wie eine 
Camera obscura. Das von einem leuchtenden Punkte ausgegangene Licht muss, 
wenn dieser Punkt deutlich gesehen werden soll, durch die brechenden Mittel 
des Auges so gebrochen werden, dass alles auch wieder auf einem Punkte der 
Netzhaut vereinigt wird. Auf der Fläche dieser Haut wird daher ein reelles 
optisches Bild der äusseren gesehenen Gegenstände entworfen. Dasselbe ist um¬ 
gekehrt und verkleinert. Man kann es an frisch ausgeschnittenen Augen sicht¬ 
bar machen, wenn man vorsichtig den hinteren mittleren Theil der Sclerotica 
und Chorioidea entfernt, die Netzhaut aber stehen lässt, und nun die Hornhaut 
eines so präparirten Auges gegen helle Gegenstände kehrt. Das Bild erscheint 
alsdann klein, hell, scharf und, wie angegeben, umgekehrt auf der stehengebliebenen 
Netzhaut. Noch besser ist das Bildchen nach der Methode von Gerling 1 zu sehen, 
wenn man die Elemente der Netzhaut mit einem Pinsel entfernt, und dann ein 
Täfelchen von Glas oder Glimmer in die Oeffnung einschiebt. Ohne, viele Miihe 
kann man die Netzhautbildchen auch in den Augen weisser Kaninchen sehen, 
denen das Pigment der Aderhaut fehlt. Bei diesen braucht man nicht einmal die 
Poggen'dokff Ann. XLVI. 243.
        

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