Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der physiologischen Optik
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39509/714/
702 
DRITTER ABSCHNITT. DIE LEHRE VON DEN GESICHTSWAHRNEHMUNGEN. 
§• 31. 
4. Versuchsreihe: Ebenso, nur ist der rechte Durchmesser festgestellt, 
der linke wird bewegt, 
Kreuzungswinkel........0°,467 
wahrscheinlicher Fehler .... 0°,1 4. 
5. Versuchsreihe: Links ein horizontal gerichteter Radius; der Radius der 
rechten Scheibe wird so gestellt, dass er mit jenem eine gerade Linie zu bilden 
scheint. Im Mittel aus 30 Versuchen 
Kreuzungswinkel........0°,46 
wahrscheinlicher Fehler .... 0°,I2S. 
6. Versuchsreihe: Ebenso, nur liegt der rechte Radius fest, der linke 
wird gestellt, 
Kreuzungswinkel........0°,463 
wahrscheinlicher Fehler .... 0°,096. 
Man sieht, dass diese Versuche alle nahe übereinstimmende Resultate geben, 
nämlich 
1. 
0°,443 
2. 
0°,553 
3. 
0°,397 
4. 
0°,467 
5. 
0°,460 
6. 
0°,463 
Mittel : 
0°,464 
Der Sinn dieser Abweichung ist ein solcher, dass die äussere Seite jedes 
Netzhauthorizontes etwas tiefer liegt, als die innere. 
7. Versuchsreihe: Endlich hat Volkmann noch Versuche angestellt, bei 
denen er nur eine Scheibe mit dem linken Auge betrachtete und den darauf ge¬ 
zeichneten Durchmesser horizontal zu stellen suchte; dabei stellte er im Mittel von 
30 Versuchen das linke Ende um 0°,203 zu tief. 
8. Versuchsreihe: Ebenso, nur wurde das rechte Auge gebraucht. Das 
rechte Ende des Durchmessers wurde um 0°,2 3 3 zu tief gestellt. 
Die Summe beider Abweichungen 0°,203 -f- 0°,233 = 0°,43G entspricht hin¬ 
reichend genau dem oben gefundenen Kreuzungswinkel der Netzhauthorizonte. 
Nach den Methoden der ersten vier Versuchsreihen fand Volkmann bei einigen 
andern Beobachtern den Kreuzungswinkel der Netzhauthorizonte, wie folgt 
Professor H. Welcher .... 0°,72 
Stud. med. Käherl......0°,2 6 
Dr. Schweigger-Seidel. . . . 0°,43. 
Bei meinen eigenen Augen habe ich Versuche nach der Methode von Volk- 
mann’s 5. und 6. Reihe angestellt und finde keine merkliche Abweichung der Netz¬ 
hauthorizonte, wenn ich vorher nur ferne Gegenstände angeblickt, oder durch 
längere Fortsetzung der Versuche meine Gesichtslinien parallel erhalten habe. 
Komme ich aber vom Lesen oder Schreiben, wobei meine Augen also convergirten, 
so finde ich eine kleine Abweichung in demselben Sinne, wie Volkmann, und 
von wechselnder Grösse, die bei längerer Fortsetzung der Versuche wieder ver¬ 
schwindet. 
Herr Dr. Dastich, dessen linkes Auge normalsichtig, das rechte kurzsichtig 
ist, fand eine Abweichung von 0°,3t.
        

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