Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der physiologischen Optik
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39509/36/
24 
ANATOMISCHE BESCHREIBUNG DES AUGES. 
§• ö. 
In (len äusseren Schichten spalten sich 
dagegen die drei Hauptstrahlen der Sterne 
vielfach in Nebenstrahlen, so dass viel 
verwickeltere und unregelmässigere Figu¬ 
ren entstehen. 
Dicht unter der Kapsel liegt statt 
der Fasern eine Zellenschicht, welche 
nach dem Tode zerfliesst und dann den 
Liquor Morgagnii bildet. Aehnliche 
Zellen verbinden nach Brücke auch die 
Faserenden in den Strahlen der Sterne 
wenigstens in den äusseren Schichten, 
während Bowman und Kölliker hier 
eine strueturlose Substanz annehmen. 
Letzterer erklärt auch die zellenähnlichen 
Gebilde an der hinteren Linsenfläche fiir geschwollene und sich gegenseitig ab¬ 
plattende Enden der Linsenfasern, welche sich hier an die Kapsel hefteten. In 
jeder Hälfte der Linse existiren also drei durch die Axe gehende Ebenen, die 
den Hauptstrahlen der Sterne entsprechen (central planes, bowman), in denen 
die Structur der Linse abweichend ist; in den oberflächlichen Schichten theilen 
sich diese Flächen noch weiter. Es hängen damit wahrscheinlich gewisse Un¬ 
regelmässigkeiten in der Brechung der Lichtstrahlen zusammen. 
Ueber den Faserverlauf in der Linse sind wir noch keineswegs im Klaren. 
Thomas 1 hat eigenthümliche Figuren beschrieben, welche die Faserenden auf 
Durchschnittsflächen getrockneter Linsen bilden, und welche meist aus zwei 
Systemen concentrischer Kreise bestehen. Diese lassen sich aus dem, was bisher 
über den Faserverlauf der Linse bekannt ist, noch nicht erklären. 
Krause erklärt in Folge seiner Messungen an der Linse ihre Vorderfläche für ein Stück 
eines abgeplatteten Rotationsellipsoides, die hintere fiir ein Rotationsparaboloid. Er giebt folgende 
Werthe der einzelnen Constanten für die acht in §. 2 erwähnten Augen in Pariser Linien : 
Axe 
V 
orderfläche. 
Hinterfläche. 
Nr. 
der gan- 
der 
der 
Halbe Axe der 
Entfer- 
Entfer- 
Durch- 
zen 
vorderen 
hinteren 
Ellipse. 
nung von 
der 
Hornhaut. 
Para- 
nung von 
messer. 
Linse. 
Hälfte. 
Hälfte. 
grosse 
kleine 
meter. 
der 
Netzhaut. 
I. 
2 
0,85 
1,15 
2,05 
0,95 
1,2 
4,49 
6.05 
4,1 
II. 
1,9 
0,78 
1,1 
2 
0.91 
1,35 
4.99 
6.8 
4 
(III. 
2,4 
0,98 
1,42 
2 
1,14 
1,25 
4,99 
6,1 
4,1 
jiv. 
2,2 
0,95 
1,25 
2,05 
1,10 
1,35 
4.51 
5,9 
4,1 
i V. 
1,85 
0,65 
1,2 
2,03 
0,83 
1.25 
4,83 
6,4 
4 
/VI. 
2,35 
0,8 
1,55 
1,95 
0,98 
1,2 
4,53 
6,0 
4,1 
) VIII. 
1,8 
0,78 
1,02 
2,03 
0,95 
1 
4,09 
6,65 
4 
1 VII. 
1,85 
0,85 
1 
2 
0,94 
1 
3,79 
6,55 
4 
Ich habe Krause’s Angaben über die Entfernung der Linsenflächen von der Hornhaut und 
Netzhaut hier mit angegeben, habe aber schon früher bemerkt, dass ich ihre Richtigkeit fiir 
1 Träger medic. Vierteljahrsschr. 18tj4. Bd. I. Ausserord. Beilage S. 1.
        

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