Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der physiologischen Optik
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39509/334/
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ZWKITKR ABSCHNITT. Dll'. LEHRE VON BEN GESICHTSEMPFINDUNGEN. 
§• 21. 
hält, verschwindet,, indem die beiden hellen Flächen, die im Gesichtsfelde neben 
ihm liegen, von beiden Seiten her ühergreifen lind Zusammenflüssen. Bei 
Mustern, die aus schwarzen und weissen Quadraten ähnlich dem eines Schach¬ 
bretts zusammengesetzt sind, wie Fig. 130, tliessen durch die Irradiation die 
weissen Felder an den Ecken zusammen, und trennen 
die schwarzen. Plateau hat Felder von der- Art wie 
Fig. 150 auch zur Messung der Breite der Irradiation 
benutzt. Aus einem dunkeln Schirme waren die 
weissen Felder ausgeschnitten und von hinten erleuchtet, 
von den beiden schwarzen Feldern war eines durch 
eine Schraube horizontal verschiebbar, und wurde so 
eingestellt, dass dem Beobachter die beiden mittleren 
verticalen Grenzlinien in eine zusammenzufallen schienen. 
Fig. m. Für grössere Entfernungen waren die schwarzen Felder 
aus Brettchen, für kleinere ans Stahlplättchen verfertigt. 
Der Fehler, welcher bei der Einstellung begangen war, bezeichnetc die Breite 
der Irradiation. 
3) Gerade Linien werden unterbrochen. Wenn man die Kante 
eines Lineals zwischen das Auge und eine helle Lichtflamme oder die Sonne 
hält, so erscheint das Lineal an der Stelle, wo der helle Körper darüber her¬ 
vorblickt, einen Ausschnitt zu haben, wie Fig. 131 darstellt. Ich mache fin¬ 
den letzteren Fall gleichzeitig darauf aufmerksam, 
dass wenn der helle Körper eine Lampeuflamme 
mit cylindrischem Dochte ist, der Einschnitt an den 
Rändern der Flamme, welche, wie oben erwähnt, 
eine grossere 
scheint als in 
absolute Helligkeit haben, tiefer 
der 
er- 
Fig. 151. 
Mitte der Flamme, trotzdem das 
Auge die grössere Helligkeit der Ränder nicht als 
solche empfindet. 
Alle diese Erscheinungen reduciren sich darauf, 
dass die Ränder heller Flächen im Gesichtsfelde sich gleichsam vorschieben und 
über die benachbarten dunkleren Flächen übergreifen. Sie greifen desto mehr 
über, je ungenauer die Accommodation ist, je grössere Zerstreuungskreise also 
ein jeder lichte Punkt der Fläche im Auge entwirft. Nun wissen wir aber, dass 
auch bei genauster Accommodation die Zerstreuungskreise nicht ganz fehlen 
wegen der Farbenzerstreuung und der übrigen Abweichungen des Auges, die 
wir in §. H unter dem Namen der monochromatischen Abweichungendes Auges 
zusammengefasst haben. Durch diese Zerstreuungskreise wird nun bewirkt, dass 
am Rande des Netzhautbildes einer hellen Fläche Licht sich weiter verbreitet, 
als das geometrische Bild der Fläche reicht, aber auch die Dunkelheit greift 
über den Rand des Bildes - d. h. das Licht fangt schon innerhalb des Randes, 
wo es noch seine volle Stärke haben sollte, an abzunehmen. Es sei in Fig. 152 
(Seite 323) c ein Punkt des Randes einer hellen Fläche, bg eine senkrecht 
gegen den Rand gezogene gerade Linie. Senkrecht gegen dieselbe seien Coor¬ 
dinate!] aufgetragen, welche der objective!! Helligkeit in den entsprechenden
        

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