Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der physiologischen Optik
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39509/316/
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ZWEITER ABSCHNITT. DIE LEHRE VON DEN GESICHTSEMPFIN'DUNGEN. 
§• 20. 
gehen, in deren Brennpunkt ein Schirm S, steht, auf dessen vorderer Fläche ein objectives 
Spectrum entworfen wird. Zwischen Linse und Schirm befindet sich ein Diaphragma ü mit 
rechteckigem Ausschnitt. Der Schirm S, hat zwei verticale Spalten bei y, und y„, welche von 
dem Lichte, das hier zu dem Spectrum vereinigt ist, zwei Farbenstreifen durchgehen lassen, 
während alles andere farbige Licht von dem Schirme zurückgehalten wird. Hinter diesem 
Schirme ist eine zweite achromatische Linse L„ von kürzerer Brennweite angebracht, welche 
auf dem zweiten Schirme Su ein Bild 0)0,, des Diaphragma D entwirft. Die Breite des ein¬ 
fallenden weissen Strahlenbündels ist hinter der Linse sind die Grenzstrahlen der 
beiden'verschiedenfarbigen Strahlenbündel, deren Brennpunkte mit den beiden Spalten y( und y„ 
zusammenfallen, dadurch unterschieden, dass die brechbareren gestrichelt, die weniger brech¬ 
baren punktirt sind. Die Oeffnung des Diaphragma D muss so eng gemacht werden, dass 
sie ganz von Strahlen beider Bündel ausgefüllt ist, so dass von jedem Punkte der OefFnung 
Strahlen der betreffenden Farbe auf jeden Punkt der Spalten y, und y„ fallen. Macht man die 
vordere Seite des Diaphragma weiss, so sieht man darauf das Strahlenbündel als weissen 
Fleck mit farbigen Rändern sich projiciren (bei £, blau, bei i„ roth). Um die genannte Be¬ 
dingung zu erfüllen, muss die Oeffnung ganz in der weissen Mitte der beleuchteten Stelle 
liegen. Unter diesen Umständen ist die Oeffnung des Diaphragma gleichsam das leuchtende 
Object, von welchem zweierlei Licht durch die Spalten des Schirms S, auf die Linse L„ fällt. 
In dem Bilde welches die Linse von dem Diaphragma l) entwirft, ist beiderlei Art Licht 
über dieselbe gleichmässig ausgebreitet, und diese Fläche erscheint daher in der Mischfarbe, 
oder wenn man eine der Spalten verdeckt, in einer der einfachen Farben. 
Um den Farbenton und die Intensität der gemischten Lichter nach Belieben und sehr all- 
mälig ändern zu können, ist eine besondere Construction des Schirms S, noting, und ist der¬ 
selbe auf Taf. IV., Fig 2 abgebildet. Der Schirm besteht aus der viereckigen Messingplatte 
AABB, die bei C durch einen cylindrischen Stab getragen wird. Letzterer verschiebt sich 
in einer gespaltenen cylindrischen Hülse I), die in der Mitte eines mit drei Stellschrauben 
versehenen Brettes befestigt ist. Der Schirm kann also mit seinem Träger C auf und nieder 
geschoben, und in jeder Höhe mittels des gespaltenen und durch eine Schraube zusanimen- 
gezogenen Ringes E festgestellt werden. 
Auf der Messingplatte AABB sind in schräger Richtung zwei Schlitten beweglich, deren 
Grundlagen die Messingplatten aa und aa sind. Mit bb, ßß, c und c sind die Schienen 
bezeichnet, zwischen denen sich die Platten verschieben. Diese. Platten werden durch die 
Schrauben (l und ö bewegt, deren Mütter in die an der grossen Platte AABB befestigten 
Messingklötze e und £ eingeschnitten sind, und deren Enden drehbar in den Klötzen g und y 
befestigt sind, welche von den beweglichen Platten getragen werden. Durch Drehung der 
Schrauben d und S verschiebt man also die Platten a a und a a parallel den Schienen, zwischen 
denen sie als Schlitten gehen. 
Auf der beweglichen Platte a a ist nun wieder als Schlitten beweglich die Platte f zwischen 
horizontalen Schienen angebracht, und durch die Schraube m zu verstellen. Ebenso auf der 
Platte a a die Platte cp mit der Stellschraube /i. Zwischen den einander zugekehrten Rändern 
der Platten /' und cp liegen noch die beiden dreieckigen ebenso dicken Platten l und X, jene 
auf aa, letztere auf aa befestigt. Die einander zugekehrten und zugeschärften Ränder von 
1 und l, sowie von cp und l bilden zwei Paare GiiAVESAVDE’scher Schneiden. 
Dahinter befindet sich in der grossen Platte AABB ein entsprechender Ausschnitt, um 
das Licht, welches durch die beiden Spalten gegangen ist, weiter hindurchzulassen. Die 
vorderen Flächen von f,l,cp und l sind matt versilbert, um das Spectrum darauf gut projiciren 
zu können. Der Ort des Spectrum ist durch das kleine punktirte Rechteck angedeutet. 
Verschiebt man mittels der Schrauben d und ö die Platten aa und aa, so treten die 
Spalten unter einen anderen Ort des Spectrum, und es gehen andere Farbentöne durch sie 
hindurch. Durch die Schrauben m und [i dagegen ändert man die Breite der Spalten und 
damit auch die Menge des durchgelassenen Lichtes. 
Es kommt darauf an, dass der Vereinigungspunkt gleichfarbiger Strahlen, welche durch 
die Linse L, gegangen sind, genau auf der Ebene des Schirms S, liegt, sonst zeigt das
        

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