Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der physiologischen Optik
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39509/197/
§. 16. 
BESCHREIBUNG VON AUGENSPIEGELN. 
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etwa 10 Par. Zoll durch Schrauben, die je nach dem Bedürfnisse gelüftet oder stärker an¬ 
gezogen werden können, so befestigt, dass er um seine Horizontalaxe gedreht werden kann. 
In der Mitte der Säule a be¬ 
finden sich zwei hölzerne Ringe 
e und f, welche sich um die 
Säule drehen lassen. Jeder 
Ring trägt einen horizontal 
auslaufenden Arm g und hl 
der Arm g trägt einen ge¬ 
schwärzten Schirm, der eines- 
theils dazu dient, um das Licht 
der Lampe vom Beobachter ab¬ 
zuhalten, anderenteils auch 
dazu, um, wenn es noting 
ist, das vom Spiegel in das 
beobachtete Auge fallende 
Licht abzuschwächen, was man 
dadurch bewirkt, dass man 
einen Theil des Spiegels durch 
den Schirm beschattet. Der 
Arm 7i, welcher in 12 Zolle 
eingetheilt ist, trägt zwei verti¬ 
cale Säulen, i und k, die riiek- und vorwärts geschoben werden können; in jeder verticalen 
Säule steckt ein am unteren Ende mit einer Feder versehener Stift von Messing l und /«, den 
man auf- und abwärts schieben kann, und der durch die Feder in jeder Höhe, die man ihm 
giebt, festgehalten wird. Auf diese Stifte steckt man je nach den Umständen concave oder 
convexe Gläser, welche die aus dem beobachteten Auge zurückkehrenden Lichtstrahlen zu 
einem deutlichen Bilde für den Beobachter vereinigen. A ist der Beobachtete, B der Beobachter. 
Die Zeichnung ergiebt leicht das Uebrige. 
Für die Beobachtungen mit Concavlinsen, die in der augenärztlichen Praxis allerdings 
wohl eine seltenere Anwendung finden, ist das Instrument nicht gut geeignet, weil sich die 
beiden Augen'nicht hinreichend nähern können, und deshalb das Gesichtsfeld sehr klein wird. 
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Für Beobachtungen mit Convexlinsen dagegen, die in klinischen Localen angestellt werden, 
erscheint das Instrument sehr bequem, namentlich, wenn man durch einen Assistenten den 
Kopf des Beobachteten so dirigiren lässt, dass seine Pupille in den Focus der Lichtstrahlen 
kommt; auch kann durch Anbringung einer zweiten convexen Öeularlinse (die dann aber wohl 
besser hinter dem Spiegel anzubringen wäre) eine Art kleinen Fernrohrs zusammengesetzt 
und eine stärkere Vergrösserung erreicht werden. Die Helligkeit des Instruments ist sehr gross. 
Gelegenheit, die Netzhautbilder zu beobachten, ist nicht gegeben. 
3) Epkens’ Augenspiegel, mit durchbohrtem Planspiegel, auf Stativ, verändert durch 
Bonders und van Trigt. Das ganze Instrument ist im Querschnitte dargestellt auf Taf. III. Fig. 5 
und in einer Seitenansicht Fig. 4. Der Spiegel /), einzeln abgebildet in Fig. S, ist eine belegte 
Glasplatte, in deren Mitte der Beleg weggenommen ist, etwa in der Ausdehnung der Pupille; 
später hat Bonders den Spiegel durchbohren lassen nach dem Vorgänge von Coccius, um 
zu vermeiden, dass das in das Auge des Beobachters fallende Licht durch Reflexion geschwächt 
würde. Der Sjfiegel ist in einem würfelförmigen Kasten E E drehbar befestigt. Gedreht wird 
er mittels des Knopfes F. Das zu beobachtende Auge wird an die Oeffnung des Kastens bei N 
angelegt, das des Beobachters bei 0. Hier befindet sich eine solche Scheibe mit verschiedenen 
Linsen, wie die von Rekoss bei dem Augenspiegel von Helmholtz angebrachte. Bonders 
wählt dazu drei positive mit 20, 8 und 4 Ctm. Brennweite, und drei negative mit 16, 10 
und C Ctm. 
Mit dem kubischen Kasten hatte Epkens eine konische Röhre verbunden, an deren Ende, 
wo jetzt das Mikrometer M sich befindet, eine Lampe angebracht war. An das Ende der
        

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