Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der physiologischen Optik
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39509/178/
166 
ERSTER ABSCHNITT. DIE DIOPTRIE DES AUGES. 
§■ 16. 
S' 
JL 
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Fig. 88. 
wird also das beobachtete Auge leuchten sehen, so oft in dem beobachteten Auge 
das Zerstreuungsbild seiner eigenen Pupille theilweise zusannnenfällt mit dem 
Zerstreuungsbilde eines leuchtenden Gegenstandes. 
Blickt daher der Beobachter dicht am Rande eines Lichts vorbei, dessen 
Strahlen er durch einen dunklen Schirm von seinem eigenen Auge abhält, um 
nicht geblendet zu werden, nach dem Auge eines Anderen, und ist dieses Auge 
für eine nähere oder viel weitere Entfernung accommodirt, so erscheint ihm die 
Pupille roth leuchtend. Diese Anordnung des Versuchs ist schematisch in Fig. 88 
dargestellt. B ist das Auge 
des Beobachters, S der Schirm, 
welcher es vor den direeten 
Lichtstrahlen schlitzt, A der 
Grundriss einer Lampenflam¬ 
me, C das beobachtete Auge, 
B C die Gesichtslinie des 
Beobachters, C d die des beobachteten Auges, welche beliebig gerichtet sein kann. 
Der Versuch gelingt auch meist, ohne dass man die Accommodation des beobachteten 
Auges berücksichtigt, wenn entweder der Beobachter weit entfernt ist, weil die 
meisten menschlichen Augen nicht für grössere Entfernungen sich accommodiren 
können, oder wenn der Beobachtete, wie in Fig. 88, seitwärts sieht, weil dann 
das Bild des Lichts und der Pupille des Beobachters auf den Seitentheilen der 
Netzhaut entworfen werden, wo überhaupt die Bilder nicht scharf sind. Am 
hellsten ist das Leuchten, wenn das einfallende Licht auf die Eintrittsstelle des 
Sehnerven triflt, weil dessen weisse Substanz das Licht stark reflectirt und 
wegen ihrer durchscheinenden Beschaffenheit keine hinreichend bestimmte Grenz¬ 
fläche darbietet, auf der sich das Bild scharf projiciren könnte. 
Zu bemerken ist hierbei, dass bei hinreichend starker Beleuchtung auch 
Licht genug durch die Aderhaut zur Sclerotica dringt, und hier diffus reflectirt 
wieder zurückkehrt, um wahrgenommen zu werden. Dies Licht verhält sich wie 
das der Zerstreuungskreise. Daher kann bei starker Beleuchtung auch bei genauer 
Accommodation des beobachteten Auges für die Pupille des Beobachters ein 
schwacher Grad von Leuchten stattfinden, namentlich bei schwach pigmentirten 
Augen, der sich in der angegebenen Weise erklärt. 
Noch besser kann das Augenleuchten beobachtet 
werden, wenn man nicht direct das Licht der Flamme 
in das Auge fallen lässt, sondern von einem Spiegel 
reflectirt, und der Beobachter durch diesen Spiegel 
hindurchsieht. A in Fig. 89 sei das Licht, S der 
Spiegel, welcher aus einer unbelegten Glasplatte be¬ 
stehen kann. Diese wirft das auffallende Licht so 
zurück, als käme es von einem Spiegelbilde a der 
Flamme. C sei das beobachtete Auge, auf dessen 
Hintergründe ein kleines Netzhautbildchen des Lichts 
entworfen wird. Das von der Netzhaut zurückkeh¬ 
rende Licht geht nun, wenn es das Auge verlassen 
Fig. SS.
        

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