Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wissenschaftliche Kinematographie. Einschliesslich der Reihenphotographie
Person:
Liesegang, F. Paul Karl Kieser Oswald Polimanti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39508/86/
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Die Aufnahmekamera. 
Die Aufnahmekamera und ihre Handhabung. 
Für die Mehrzahl der kinematographischen Aufnahmen, auch 
wenn sie wissenschaftlichen Zwecken dienen, kommt die An- 
\\ enlung der im Handel erhältlichen Aüfnahmekameras in Be¬ 
tracht. Es soil hier eine Beschreibung der Apparatanordnungen 
und ihrer Wirkungsweise gegeben werden, sowie weiter unten 
ein Abschnitt über die laboratoriumsmässige (nicht fabrikmäs- 
sige) Verarbeitung des Filmbandes. Mancher wird sich freilich 
überlegen, ob er diese Arbeiten nicht lieber einem darauf be¬ 
sonders eingerichteten Werke übergibt. Dr. Weiser*) erteilt gar 
—den Medizinern wenigstens—den Rat, auch die Aufnahme durch 
zu lassen. Dieser Rat ist wohlerwo¬ 
gen. Die Aufnahmetechnik will durch reiche Erfahrung und Ue- 
bung erworben sein; die paar Aufnahmen, mit deren Erledigung 
das Interesse zumeist erschöpft ist, reichen dazu nicht aus° So 
besteht die Gefahr, dass die Ergebnisse mittelmässig bleiben, 
wenn man nicht mit einem Fachmann Hand in Hand arbeitet. 
Aber man muss sich doch fragen, ob es denn wünschenswert sei, 
dass die Ausübung jener Verfahren ganz und gar den Berufs¬ 
leuten überlassen werde. Wir wissen aus der Entwicklungsge¬ 
schichte der Photographie, dass diese Kunst manch’ fruchtbaren 
Gedanken gerade dem Nichtfachmann (dem Amateurphotogra- 
phen) zu verdanken hat. Ebenso könnte wohl die Kinematographie, 
namentlich in ihrem Ausbau nach der wissenschaftlichen Seite 
hin, sowohl was Aufnahmeergebnisse als auch technische Ver¬ 
fahren angeht, durch die praktische Betätigung Draussenstehen- 
der gefördert werden, die sich eifrig ins Zeug legen und nicht 
auf halbem Wege stehen bleiben. Vielleicht kommt einmal die 
Zeit, wo die den technischen Hochschulen angegliederten pho¬ 
tographischen Institute auch die kinematographische Technik als 
Lehrfach aufnehmen. 
Die Aufnahmekamera. 
In der normalen Aufnahmekamera wird der Film sprung¬ 
weise durch das Gesichtsfeld des Objektivs geführt, derart dass 
die Belichtungen jeweils auf einen stillstehenden Abschnitt des 
Bandes enolgen. Die sprungweise Fortbewegung geschieht bei 
den meisten Apparaten mittels des Greifers, der aus einer 
sich auf und niederbewegenden Gabel besteht. Sie greift in der 
höchsten Stellung ihrer Bewegung in die Löcher des Filmban¬ 
des ein, zieht dieses, abwärts gehend, um eine Bildhöhe herunter, 
lässt unten angekommen den Film los und geht „leer“ hoch, 
*) Martin Weiser, Medizinische Kinematographie, Dresden 1919, S. 2 u. 46.
        

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