Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wissenschaftliche Kinematographie. Einschliesslich der Reihenphotographie
Person:
Liesegang, F. Paul Karl Kieser Oswald Polimanti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39508/50/
44 Die Bestimmung der zeitlichen und räumlichen Intervalle usw. 
erfolgter Aufnahme anstelle des Objektes eine Glastafel mit 
lxl m grossem Quadratzentimeter-Netz, um dieses auf die be¬ 
reits belichtete Platte zu photographieren. Das Netz war in den 
Asphaltüberzug der Platte eingekratzt, der mittlere Teil aber 
wieder abgedeckt, damit die Aufnahme nicht störend überdeckt 
würde (Abh. d. phys. mLath. Kl .d. Kgl. Sächs. Ges. d. Wiss. 
17, 94, 1891 u. 21, 187, 1895). Fischer weist aber am Schluss 
seiner Arbeit darauf hin, es sei besser, sich unabhängig von einer 
derartigen Koordinatentafel zu machen und die Ausmessung mit 
einem besonderen Meßinstrument, wie er ein solches beschreibt, 
vorzunehmen; dazu wäre es dann nur erforderlich, einen be¬ 
stimmten Raumpunkt, eine bestimmte Richtung und eine be¬ 
stimmte Länge auf der Platte photographisch festzulegen, was 
mit Hilfe Geißlerscher Röhren geschehen könne (Bd. 21, S. 321). 
Fischers Vorgänger Marey begnügte sich damit, einen Ma߬ 
stab mit zu photographieren (vgl. Abb. 11); das gewonnene Bild 
wurde dann an Hand dieses Maßstabes in natürlicher Grösse 
projiziert und die Ausmessung im Lichtbilde auf dem Schirm 
vorgenommen (Le Mouvement S. 57). 
Weniger bequem gestaltet sich das Ausmessen bei den üb¬ 
lichen kin. Verfahren, bei denen jedem Einzelbild eine besondere 
Fläche auf Film oder Platte geboten wird. Hier kann man nicht 
einfach von Punkt zu Punkt messen, vielmehr ist es erforderlich, 
an geeigneter Stelle i‘m Objektraum Marken anzubringen, die 
während der Belichtungen ihre Lage beibehalten. Mit ihrer Hilfe 
werden dann die Verschiebungen bestimmt. In solcher Weise 
verfuhren Kunz und Ohm bei der kin. Untersuchung krank¬ 
hafter Augenbewegungen (V. Graefes Archiv f. Ophthalm. '93, 
237, 1917). Das Mitphotographieren eines vollständigen Koordi¬ 
natennetzes möchte hier manchmal erwünscht, vielfach aber nicht 
möglich sein, da das Netz in der Ebene des Objektes selbst 
liegen muss. Bei mikrokin. Aufnahmen kann man sich durch An¬ 
wendung eines Projektionsokulars mit eingesetztem Mikrometer¬ 
netz helfen (vgl. d. Abschnitt Mikrokinematographie). Es erscheint 
unter keinen Umständen statthaft, ein solches Netz nach erfolgter 
Aufnahme, also nachträglich, auf die Einzelbilder zu belichten ; 
denn bei solchem Verfahren würden infolge von Ungleichmässig- 
keiten im Transport des Filmbandes Fehler unausbleiblich sein. 
Ein Weg, der noch frei stände, wäre der, die mitzuphotographie¬ 
renden Marken am Belichtungsfenster anzubringen, in der Weise, 
wie es bei photogrammetrischen Apparaten geschieht. Es ist aber 
zu beachten, dass der bewegte Film Gefahr laufen wird, durch 
Reibung über die Marken verkratzt zu werden, wenn diese sich 
zur Erzielung höchster Schärfe unmittelbar vor der Schicht be¬ 
finden
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.