Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wissenschaftliche Kinematographie. Einschliesslich der Reihenphotographie
Person:
Liesegang, F. Paul Karl Kieser Oswald Polimanti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39508/42/
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Die Verfahren zur Aufnahme. 
an, derart, dass ein Objektiv nach dem andern hinter einer, in 
einer feststehenden Scheibe angebrachten, regulierbaren Spalt¬ 
öffnung vorbeischwang, um dort belichtet zu werden. Dass die 
die Kameras sich während der Belichtungsdauer um einige Milli¬ 
meter verschoben, beeinträchtigte die Schärfe nicht in merkbarer 
Weise. Vor der Spaltöffnung befand sich ein elektromagnetisch 
auslösbarer Verschluss, der erst geöffnet wurde, nachdem man 
den rotierenden Kameras mit Hilfe einer Kurbel die erforderliche 
Umdrehungsgeschwindigkeit erteilt hatte, und dann nach einem 
Umlauf selbsttätig wieder schloss. Die Belichtungszeit der Auf- 
ahmen îbetm»^ Vloo bisVgoo Sek. — Kohlrausch vereinfachte spä¬ 
ter den Apparat insofern, als er die Zahl der Objektive auf 4 her¬ 
absetzte.* **)) Diese sassen für sich auf einer drehbaren Scheibe, 
während die 24 Platten auf einer drehbaren Trommel angebracht 
wurden. Scheibe und Trommel waren durch Stirnräder derart 
mit einander verbunden, dass immer ein Objektiv und eine Platte 
hinter der Belichtungsöffnung zusammentrafen. — Die Anordnun¬ 
gen von Kohlrausch entsprechen in gewissem Sinne dem Verfah¬ 
ren des optischen Ausgleiches der Bildwanderung, wie es ein 
Jahr später (1895) der Amerikaner Jenkins unter Anwendung 
des Filmbandes verwirklichte (vgl. den betr. Abschnitt)^ - 
Soviel über die verschiedenen, im Laufe der Zeit angewandten 
Verfahren zur 'Reihenphotographie ! Wie bereits oben erwähnt, 
habe ich auch solche Verfahren aus älterer Zqit mit aufgeführt, 
die heute, wo ganz andere Hilfsmittel zur Verfügung stehen, 
gänzlich überlebt erscheinen. Ich tat es in der Ueberlegung, dass 
ihre Kenntnis nichtsdestoweniger nützlich sei und dass sie ins¬ 
besondere anregend wirken könne in Fällen, wo es gilt, für die 
Lösung einer Aufgabe, die aus dem Rahmen des Alltäglichen her¬ 
ausfällt, die am besten geeignete Anordnung ausfindig zu machen. 
Neue Aufgaben bedingen keineswegs immer neue Mittel. Wer 
solch7 einer Aufgabe gegenübersteht, wird auf der Suche nach 
dem zweckdienlichen Aufnahmeverfahren eine Reihe von Ge¬ 
sichtspunkten zu beachten haben, die hier noch einmal kurz durch¬ 
gegangen sein mögen. Zunächst die Grösse der Einzelbilder! 
Da ist zu bedenken: je grösser das Bildmass, desto schwieriger 
wird im Allgemeinen die Herstellung einer raschen Bilderfolge 
sein. Daher bestimme man die Mindestgrösse. Von grosser Be¬ 
deutung für die Wahl des Verfahrens ist die erforderliche Fre¬ 
quenz der Bildwechsel in der Sekunde. Sie hängt in der Regel 
ab von der relativen Geschwindigkeit des aufzunehmenden Be¬ 
wegungsvorganges. Eine niedrige Frequenz bietet naturgemäss 
den grössten Spielraum in der Anordnung. Für die normale Bild¬ 
wechselzahl (17—18) scheiden z. B. die Verfahren mit sprung- 
*) Photograph. Mitteilungen 31. Jahrg., 1894 S. 135. 
**) Physikalische Zeitschrift XIII 1912 Nr. 15.
        

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