Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wissenschaftliche Kinematographie. Einschliesslich der Reihenphotographie
Person:
Liesegang, F. Paul Karl Kieser Oswald Polimanti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39508/344/
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Nachträge II. 
Zu Seite 7. Athanasius Hochfrequen z-K a m e r a mit 
ruck weisem Antrieb. Der Forscher gibt im zweiten Bande der 
Travaux de l’Institut Marey (Paris 1910 S. 119) selbst eine Beschreibung 
sowie auch eine Abbildung (Taf. Ill Fig. 86). Danach besitzt die Schalt¬ 
trommel '8 Nocken, sodass in der Sekunde bei 17—18 Umdrehungen etwa 
140 Bildwechsel bewirkt werden. Oberhalb des Belichtungstensters ist eine 
Pressvorrichtung angebracht, die den Film jeweils selbsttätig andrückt 
und festhält, sobald der Zug unten aufhört. Das Werk soll den Film hin¬ 
reichend regelmässig transportieren, sodass die Aufnahmen brauchbare 
Projektionen abgeben. Mit dem Apparat wurde der Flügelschlag einer 
Taube, der sich gemäss einer mitphotographierten Uhr in 3/20 Sek. ab¬ 
spielt, in 18 Bildern festgehalten. Noguès bediente sich dieser Kamera 
zu Mikroaufnahmen und gewann damit 18—20 Bilder der Cilienbewegung 
vom Mantel der Miesmuschel. 
Zu ' Seite 54. T aschenkinematograph. Marie fmchanitzky, 
welcher sich mit der Reihenaufnahme von Schnitten befasste, (Travaux de 
rinstitut :Marey II Paris 1910 S. 230) verweist auf eine Arbeit von Stras¬ 
sen Ueber die Methoden der plastischen Rekonstruktion (Zeitschr. f. wis * 
sensch. u. mikrosk. Technik IV 1887), die ich nicht mehr habe einsehen 
können. Strasser soll darin das stroboskopische Verfahren vorschlagen 
und er soll die Bilder der Schnitte zu einem abzublätternden Album (Ta- 
schenkinematograph) vereinigt haben. 
Zu envähnen sind ferner die von Detlefs herausgegebenen „Geo¬ 
metrischen Kinohefte zur Veranschaulichung veränderlicher Figuren1 ‘ (vgi. 
S. 314) von denen 25 Stück erschienen in der Grösse 10x5 cm und im 
Umfange von meist 48 Bildern (Siehe „Der Lenrfilm£f 1, 81, 1920). 
Zu Seite 57. L e b e n s r a d. W. F. A. Zimmermann ^beschreibt 
in seinem Populären. Handbuch der Physik II. Bd,, Berlin 1857, S. 178 
einen grossen Schaustellungsapparat, den er in Frankfurt a. M. sah. Er 
bestand aus zwei dicht ineinander sitzenden, um eine senkrechte Achse 
laufenden Trommeln von 18 Fuss Durchmesser, deren innere die Bilder 
trug, während die äussere auf jedes Bild eine Oeffnung in Grösse der Bil¬ 
der besass. In 2 Fuss Abstand von der äusseren Trommel waren rund¬ 
um guckkastenartige Vorrichtungen mit Schirmen angebracht, die immer 
nur ein Bild sehen Hessen, und zwar waren es einige dreissig Kästen — 
ebenso viele wie Bilder. Die Beleuchtung der Bilder geschah jeweils 
durch zwei neben den Kastenöffnungen verdeckt aufgestellten Lampen; der 
Saal selbst wrar nur schwach erhellt. Die Darstellungen sollen selbst aut 
das 'gebildete Publikum verblüffend gewirkt haben. 
Zu Seite 87. Einrichtung zur „langsamen Kine mat o - 
g r a p h i eu. Im Marev-Institut wurde die Aufnahme der sich entfalten¬ 
den Blüte von Volubilis (16 Bilder in der Stunde) mittels folgender Ein¬ 
richtung gemacht, die Athanasiu in den Trav. de Linst. Marey II Paris 
1910 S 117 beschreibt und Taf. I Fig. 82 abbildet. Es steht hier das 
Antriebswerk der Kamera mit einer Welle in Verbindung, die durch ein 
Gewicht angetrieben wird. Die Welle wrird aber in ihrer Bewegung gehemmt 
durch einen Hebelarm, der einen an der Welle sitzenden FlugeJ anha 
und unter der Wirkung eines Elektromagneten intermittierend tur eine 
Umdrehung freigibt. Der Elektromagnet wird wiederum durch eine W asser- 
wippe intermittierend in den Stromkreis eingeschaltet. Die Frequenz Kann 
durch Aendern des Wasserzuflusses geregelt werden. Die Kamera macht 
jeweils eine oder mehrere Belichtungen. Es wird hier auch die Mikro- 
Einrichtung beschrieben, die P i z o n und Bull zur Langsam-Autna
        

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