Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wissenschaftliche Kinematographie. Einschliesslich der Reihenphotographie
Person:
Liesegang, F. Paul Karl Kieser Oswald Polimanti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39508/261/
Das Kolorieren. 
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Immer ist zu beachten, dass Tonung und Färbung den photogra¬ 
phischen Charakter je nach dem Verfahren, der Farbe und 
Färbung verändern. Man muss auf diese Nachbehandlung daher 
schon beim Kopieren und Entwickeln Rücksicht nehmen. Im all¬ 
gemeinen sind dünne und klare Kopien erforderlich. Stärke und 
Färbung der Lichtquelle des Projektionsapparates sind gege¬ 
benenfalls zu berücksichtigen. 
Das Kolorieren. 
Bei wissenschaftlichen Arbeiten ist vielfach die Wiedergabe 
der Farbe von grosser Bedeutung. Es gilt dies namentlich von 
medizinischen Filmen: man denke nur an chirurgische Aufnah¬ 
men oder gar solche von Hautkrankheiten, bei denen die Farbe 
unentbehrlich ist. Solange nun kein einfaches, allgemein anwend¬ 
bares Naturfarbenverfahren zur Verfügung steht, muss man sich 
mit dem Kolorieren der Filme behelfen. Die Technik ist die 
gleiche wie beim Kolorieren von Diapositiven ; sie ist keines¬ 
wegs schwierig, verlangt nur einiges Geschick und Uebung. 
Der Anfänger muss vor allem das Zusammenwirken der ein¬ 
zelnen Farben, nebeneinander und übereinander (oder in 
Mischung), zu erfassen sich bemühen. Man benutzt' Wasser¬ 
farben (Teerfarben), und zwar muss sich die Auswahl auf halt¬ 
bare und mit einander verträgliche Farben beschränken. Am be¬ 
quemsten nimmt man die im Handel erhältlichen Zusammenstel¬ 
lungen, \\ ie sie Keilitz, Günther Wagner und M. Petzold heraus¬ 
gebracht haben. Petzold arbeitet mit nur 3 Farben, rot, blau und 
gelb, durch deren Mischung sich alle Töne erzielen lassen. 
Das Mischen besorgt man auf einer Palette; doch kann man 
u. U. auch in der Weise Vorgehen, dass man die Einzelfarben 
nacheinander auf die Bildstelle bringt. Durch nachträgliches Auf¬ 
trägen einer anderen Farbe nimmt man vor allem Korrekturen 
vor. Das Aufträgen geschieht mit einem feinen, weichen Pinsel, 
wie ihn die Photographen zu feinen Retuschierarbeiten benutzen. 
Wenn nötig nimmt man eine Lupe zu Hilfe. Gilt es eine grössere 
Fläche glcichmässig anzulegen, so feuchtet man diese vorher 
mit einem breiteren Pinsel an, da die Gelatine sonst die Farbe 
zu rasch aufsaugt und ein gleichmässiges Verteilen des Auftra¬ 
ges verhindert. Anfänger machen durchweg den Fehler, dass sie 
die Farben in viel zu starken Lösungen anwenden. Man benutze 
nur ganz verdünnte Lösungen, wenn man diese auch mehrmals 
auftragen muss, um die gewünschte Kraft zu erzielen. Noch ein 
Rat ist manchem Anfänger zu erteilen : nicht darauf auszugehen, 
alles anzupinseln, vielmehr bestrebt zu sein, auch rein weisse 
Stellen zu belassen. Gerade durch das Weiss wird die Farb¬ 
wirkung gehoben.
        

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