Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wissenschaftliche Kinematographie. Einschliesslich der Reihenphotographie
Person:
Liesegang, F. Paul Karl Kieser Oswald Polimanti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39508/249/
Das Entwickeln der Negative und Positive. 
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die Qualität des Kinobildes ausserordentlich viel ab. Diesen 
richtigen Grad kann man nicht aus Büchern, sondern nur durch 
die Erfahrung und durch Vergleichung mit guten Filmnegativen 
lernen. Für die Entwicklung der Positive gelten die gleichen 
Regeln. Bei diesen muss man berücksichtigen, dass verschiedene 
Lichtquellen in den Projektoren, bezw. in Abhängigkeit davon 
^ rossen^ es zweckmässig erscheinen las¬ 
sen, die Dichte des Silberniederschlages entsprechend zu ge¬ 
stalten Man wird für schwache Lichtquellen immer viel zarter 
zu entwickeln haben, als für die mächtigen Lichtquellen der 
Kinotheater. Wer sich mit der Entwicklung von Kinofilmen, 
insbesondere von Negativfilmen befassen will, muss die Ent¬ 
wicklungstechnik schon beherrschen, wenn er nicht sehr teures 
Lehrgeld bezahlen soll. Seine Erfahrungen über die Behandlung 
von Unter- und Ueberentwicklung, lokale Behandlung von fehl¬ 
belichteten kleineren Partieen in einem sonst richtig belichteten 
Plattennegativ kann der Experimentator auch hier sinngemäss 
anwenden. So wird es oft auch vorgezogen, die Zweischalenent¬ 
wicklung anzuwenden, und es ist unverkennbar, dass diese Me¬ 
thode bei der Schwierigkeit richtiger Belichtung grosse Vorteile 
bietet. Es wird später ein für die Filmentwicklung besonders ge¬ 
eignetes Entwicklerrezept erwähnt werden. Damit soll nicht gesagt 
sein, dass es das einzig Brauchbare wäre; aber es erfüllt bei 
energischer, klarer Arbeitsweise die Hauptforderung guter Halt¬ 
barkeit in gebrauchsfertigem Zustande und guter Ausnützungsfä¬ 
higkeit. Da man für einen Rahmen der Grösse 60:70 cm fast 
10 Liter Entwickler benötigt, ist die Ausnützbarkeit und Haltbar¬ 
keit doch von sehr wesentlicher Bedeutung für die Kosten der 
Aufnahme oder der Positive. 
Nach der Entwicklung taucht man in der Wässerschale gut 
mehrmals auf und unter und überträgt nach einigem Abtropfen 
in das Fixierbad. Man wendet in diesem den Rahmen mehrmals 
und sorgt vor allem dafür, dass er zu anfang vom Bade ganz 
überflutet wird. Für das Fixierbad sieht man die Silberrück¬ 
gewinnung vor. Ein Quadratmeter Film enthält eine Menge 
Bromsilber, welche etwa 7,5 g metallischem Selber entspricht. 
Mindestens die Hälfte davon geht ins Fixierbad und kann mit 
Leichtigkeit wieder daraus gewonnen werden. Die einfachste 
Form der Wiedergewinnung ist die Fällung mit Zinkstaub. Das 
Fixieren soll nicht zu kurz sein; man fixiere doppelt so lange 
Zeit, als vergeht, bis alles sichtbare Bromsilber verschwunden ist. 
Das Auswässern der fixierten Filme muss gut sein, beson¬ 
ders wenn man nachher tonen oder färben will. Diesen Opera¬ 
tionen gleichzuachten ist die Verstärkung und die Abschwächung. 
Wenn man mit Blutlaugensalz abschwächen will, kann man die 
Abschwächung am besten sofort nach dem Fix;eren vornehmen, 
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