Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wissenschaftliche Kinematographie. Einschliesslich der Reihenphotographie
Person:
Liesegang, F. Paul Karl Kieser Oswald Polimanti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39508/248/
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Das Entwickeln der Negative und Positive. 
schalen einen halbrunden Holzstab an, so dass die Schale auch 
in gefülltem Zustand leicht zu wippen ist. 
Auf einem grossen Tisch ordnet man neben einander folgende 
Geräte an : die Entwicklungsschale, eine tiefe Wässerungsschale, 
die Fixierbadschale und eine zweite, tiefe Wässerungsschale. 
Es ist natürlich vorteilhafter, wenn man eine dauernde, ähnliche 
Aufstellung zur Verfügung hat. Es sei erwähnt, dass sie in glei¬ 
cher Form auch für die Herstellung photographischer grosser 
Bilder oder von Vergrösserungen brauchbar ist. lieber den bei¬ 
den Wasserbehältern befinden sich Wasserbrausen. Ueoer der 
ersten Schale ist eine Dunkelkammerlampe mit grosser leuch¬ 
tender Fläche *an der Wand angebracht, damit man den Film 
in der Durchsicht prüfen kann. Ueber der Fixierschale hängt 
eine hellrote Stengerlampe, die man gegen die Entwicklungs¬ 
seite und gegen den Ort, wo man Filme auf Rahmen spannt u. a., 
abblendet. Die Lampe über dem Entwicklungstisch hat aus¬ 
wechselbare Beleuchtung, so dass man für Positivfilme ein viel 
helleres, rotes Licht zur Verfügung hat, als für die viel lichtem¬ 
pfindlicheren Negativfilme. Das Licht soll immer recht gut hell 
sein; es ist richtiger, vorsichtig beim Arbeiten mit hellem Licht 
zu sein, als sorglos in fast aegyptischer Finsternis arbeiten zu 
müssen. 
Der* Arbeitsgang ist nun folgender. Der auf den Rahmen ge¬ 
spannte Film wird in der Wasserschale neben der Entwickler¬ 
schale unter guter Bewegung genetzt. Diese Operation ist vor 
allem deshalb notwendig, weil man sonst zu viel Entwicklerflüs¬ 
sigkeit gebraucht. Wenn der trockene Film in eine Flüssigkeit 
kommt, so muss sie reichlich sein, da er sonst an dem Schalen¬ 
boden unweigerlich anklebt und verdirbt. Gleichzeitig kann man 
in der Wässerschale vom Film alle Luftblasen mittels eines brei¬ 
ten, weichen Pinsels oder eines zarten Schwamms beseitigen. 
In der Entwicklerschale muss die Flüssigkeit gut 2 cm hoch ste¬ 
hen. Man kann ja bei guter Uebung mit der Hälfte auch aus- 
kommen, aber zu anfang sei man nicht zu sparsam. Der mit dem 
Film bespannte Rahmen schwimmt; seine Eintauchtiefe beträgt 
dabei fast 1 cm. Wo man reichlich Bad anwenden kann, z. B. 
beim Fixieren, Wässern und Färben, nützt man diese Schwimm¬ 
fähigkeit aus, welche eine schonende Bearbeitung des Film er¬ 
leichtert. 
Der von der Netzung in den Entwickler gebrachte Film 
muss sofort gleichmässig und auf beiden Seiten vom Entwickler 
überflutet werden, und während der ganzen Entwicklung muss 
die Schale oder der Filmrahmen in Bewegung gehalten werden. 
Die Beurteilung der Entwicklung geschieht zu anfang in der 
Aufsicht, gegen das Ende derselben in der Durchsicht. Von 
dem richtigen Grade der Entwicklung des Negativs hängt für
        

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