Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wissenschaftliche Kinematographie. Einschliesslich der Reihenphotographie
Person:
Liesegang, F. Paul Karl Kieser Oswald Polimanti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39508/247/
Das Entwickeln der Negative und Positive. 
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und dann auch nur in verhältnismässig kleinen Längen Filme 
zu bearbeiten hat, bedarf einer noch einfacheren Einrichtung als 
sie Rahmen und Küvette bildet. In diesen bedarf man noch viel 
zu grosser Mengen Entwicklungs-, Fixier- und Färbeflüssigkei¬ 
ten, als dass ihre Anwendung für die beschränkten Bedürfnisse 
empfohlen werden könnte. Es hat sich nun in jahrelanger Erfah¬ 
rung gezeigt, dass man lange Filmbänder auch sehr wohl in 
den üblichen, natürlich entsprechend grossen, flachen, photo¬ 
graphischen Schalen entwickeln kann. Um' möglichst wenig Flüs¬ 
sigkeiten bei der Bearbeitung zu gebrauchen, muss dann nur der 
Entwicklungsrahmen sehr flach sein. Man gibt den Holmen und 
den verbindenden Seitenteilen die Form flacher Stäbe ; ein sol¬ 
cher Rahmen ähnelt der Umrahmung einer Schiefertafel; die 
Dicke braucht auch bei einer Grösse von 60:70 cm 1 cm kaum 
zu überschreiten ; die Breite der Stäbe erreicht bei dieser Grösse 
6 cm. Damit ein solcher Rahmen sich nicht verzieht, muss er 
aus gepflegtem und geeignetem Holz sein; auch hier ist Nuss¬ 
baumholz wohl das zweckmässigste. Es wird oft empfohlen, 
den fertigen Rahmen ganz gleichmässig mit Zaponlack zu strei¬ 
chen. Eine Verstellbarkeit (des einen Holmen ist nicht durch¬ 
führbar und bei den verhältnismässig kleinen Filmlängen auch 
nicht notwendig, umsomehr als man den Film jederzeit leicht 
nachspannen kann. Die Enden des Film werden mit Heftzwe¬ 
cken an den Seiten des Rahmens befestigt, so dass die Be¬ 
festigungsstelle jederzeit verändert werden kann. Die Stifte auf 
den Holmen, mit denen der Film auseinander gehalten wird, dür¬ 
fen nicht zu dünn sein, da sonst leicht Ueberschiebungen der Film¬ 
bahnen an den Rändern und damit Verletzungen der Schicht 
Vorkommen. Ein Rahmen in der angegebenen Grösse fasst gerade 
20 m Film; eine ganz passende Länge für die in Betracht kom¬ 
menden Fälle. Kleinere Rahmen fassen zu wenig Film und grössere 
werden leicht unhandlich, da besondere Aufwickel- und Ab¬ 
wickelgestelle meist nicht vorhanden und in der Tat auch ent¬ 
behrlich sind. Als Behälter der photographischen Bäder bedient 
man sich der reinlichen und leichten, geblasenen Glasschhlen 
(Sievertschalen). Für das Fixierbad, das dauernd in der Schale 
verbleibt, ist eine grosse Steingutschale und in Ermanglung die¬ 
ser eine imprägnierte Zementschale praktischer. Die Wässerung 
kann in Zementschalen, zementierten Holzschalen oder in ein¬ 
fachen Holzschalen oder flachen Holzkasten erfolgen, zu denen 
man auch für die Bäder greifen muss, wenn man die Rahmen 
grösser als 60:70 cm wählen will. Die Schalen müssen mit 
heissem Leinöl eingelassen oder mit Chromleim oder noch besser 
wiederholt dünn mit Zaponlack innen und aussen gestrichen 
werden. Da eine lebhafte Bewegung der Badeflüssigkeit notwen¬ 
dig ist, bringt man in der Mitte der Unterseite der grossen Holz- 
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