Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wissenschaftliche Kinematographie. Einschliesslich der Reihenphotographie
Person:
Liesegang, F. Paul Karl Kieser Oswald Polimanti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39508/201/
Die stereoskopische Kinematographie und sonstige Verfahren usw. 195 
einen optischen Betrachtungsapparat; ferner wird ein Schirm 
doppelter Grösse verlangt. Es eignet sich besser für die Einzel¬ 
beobachtung, ünd man hat auch derartige dem Kaiserpanorama 
entsprechende Einrichtungen vorgeschlagen, bei denen der beide 
Bilderreihen tragende Film in der Regel horizontal läuft. 
Anaglyphen-Verfahren. Eine zweite Methode zur Darstellung 
stereoskopischer Lichtbilder ist die alte, von Rollmann und 
d’Almeida angegebene: man wirft die beiden Teilbilder mit 
Hilfe zweier Laternen derart gegen den Schirm, dass sich die 
Lichtbilder in den Fernpunkten decken. Damit nun jedes Auge 
nur eines der Bilder sieht, wercfen diese mit verschiedenfarbigem 
Licht — die Farben müssen komplementär sein, etwa rot und 
blaugrün oder orange und blau—projiziert und das „Wirrwarr“ 
von Bild, das auf der Wand erscheint, durch eine Brille mit 
entsprechend gefärbten Gläsern betrachtet. Die Farben der Bril¬ 
len und Bilder stören dabei nicht; denn das durch das grüne 
Glas gesehene rote Bild erscheint dem Auge schwarz und eben¬ 
so das andere. M. Petzold verbesserte dies Verfahren,*) in¬ 
dem er die Teilbilder auf photographischem Wege in den kom¬ 
plementären Farben (eines seitenverkehrt) herstellte und Schicht 
gegen Schicht aufeinander legte; es genügte nunmehr zur 'Pro¬ 
jektion eine einzige Laterne. Da hierbei die Färbung auf die 
dunklen Bildpartien beschränkt blieb, während die weissen un¬ 
gefärbt blieben, hatte man gleichzeitig gegenüber früher einen 
grossen Lichtgewinn. 
Für die kinematographische Projektion wird man bei An¬ 
wendung des alten Verfahrens zwei Filme brauchen, deren Bil¬ 
der mit einem Doppelwerk (am besten abwechselnd) gegen den 
Schirm projiziert werden, wobei in den Strahlengang ein rotes 
bezw. grünes Glas kommt. Oder man druckt* die Teilbilder nach¬ 
einander auf einen und denselben Film, so dass dieser abwech¬ 
selnd ein rechtes und linkes Teilbild zeigt, und projiziert alsdann 
wie gewöhnlich. Durch eine hinter dem Film rotierende Scheibe 
mit rotem und grünem Sektor werden die Bilder entsprechend 
gefärbt. Der verbesserte Petzoldsche Prozess erfordert, wenn 
man mit einem Film auskommen will, eines der Verfahren, wie es 
für das subtraktive Dreifarbenverfahren (siehe oben) vorgeschla¬ 
gen wurde. Darnach sind die beiden Aufnahmen auf getrennte 
Filme zu machen. Zunächst wird eines der Negative auf den 
mit Bichromat lichtempfindlich gemachten Positivfilm kopiert. 
Nach der Entwicklung und Behandlung im Farbbad kommt eine 
Lackschicht und dann eine neue lichtempfindliche Schicht da¬ 
rüber. Das zweite Negativ wird darauf kopiert und die nun 
*) Petzold beschrieb sein Verfahren in der Zeitschrift Laterna Magica 13, 
56, 1897; neuere Verbesserungen in der Photo-Woche 5, 3, 1915. 
13*
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.