Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wissenschaftliche Kinematographie. Einschliesslich der Reihenphotographie
Person:
Liesegang, F. Paul Karl Kieser Oswald Polimanti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39508/190/
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Die Kinematographie in natürlichen Farben. 
rigkeiten bieten, dass man lieber eine geringe Parallaxe in Kauf 
nimmt. Das tut man ja selbst bei der Dreifarben-Projektion von 
Glasbildern, wo infolge des grösseren Bildformates die Paral¬ 
laxe eine weitaus stärkere ist. Neuerdings stellt Szczepanik 
(Die Kinotechnik 1 Nr. 2) eine völlige Behebung des Parallaxe- 
Fehleis bei Anwendung von 3 Objektiven in Aussicht. Das Ver¬ 
fahren teilt er nicht mit. 
Von den drei Objektiven der Projektionsvorrichtung müssen 
zwei mit Zentriervorrichtungen versehen sein, damit man die 
Umrisse der auf den Schirm geworfenen Biider zu genauer 
Deckung bringen kann. Um Differenzen in den Abständen der 
Bildmitten, die von einem zum andern Filme auftreten mögen, 
während der Projektion rasch ausgleichen zu können, bringt 
Gaumont, wie bereits oben erwähnt, noch einen besonderen mit 
Rechts- und Linksgewinde versehenen Schraubentrieb an, der 
die beiden äusseren Objektivachsen gleichzeitig der mittleren 
nähert bezw. davon entfernt. Ein anderer will die genaue Bild- 
deckung mittels einer innerhalb der Objektive neigbar und dreh¬ 
bar angeordneten planparallelen Platte erzielen : neigt man die 
Platte, so wird der dagegen treffende Strahl parallel zu seiner 
Richtung verschoben; durch Drehen der Platte um d*e optische 
Achse kann man die Ablenkung des Strahls und damit des ent¬ 
worfenen Bildes nach jeder beliebigen Seite hin vornehmen. 
Meiner Ansicht nach sollte man von derartigen optischen Hülfs- 
mitteln Abstand nehmen, da doch die Bilddeckung auf mecha¬ 
nischem Wege hinreichend einfach zu erreichen ist. 
Erfolgt die Projektion der Teilbilder zeitlich nacheinander, 
wie beim Kinemacolor- und auch beim Gaumontschen Verfahren, 
so muss der Vorführer beim Einlegen des Filmbandes in das 
Transportwerk darauf achten, dass dasjenige Teilbild in die 
Fensteröffnung kommt, dessen zugehöriges Farbfilter sich gerade 
im Strahlengang befindet. Da nun aber die Farbzugehörigkeit der 
einzelnen Bilder ohne weiteres nicht zu erkennen ist, muss man 
Merkmale anbringen oder zu sonstigen Hilfsmitteln greifen. Henry 
Royston (D.R.P. Nr. 244 943, 1911) sieht im Filmbande beson¬ 
dere Lochungen vor, denen Eingriffsvorrichtungen in cier Füh¬ 
rungsbahn des Apparates entsprechen, derart dass der Film beim 
Aufpassen auf die Eingriffe richtig sitzt, wenn man eine bestimmte 
Farbe der rotierenden Filterscheibe vor das Objektiv gebracht hat. 
Die Eingriffe sollen nur beim Einlegen des Bandes ln Tätigkeit 
treten; sobald die Türe des Apparates geschlossen wird, schnap¬ 
pen sie zurück und geben den Film frei. Charles Urban (D. 
R. P. Nr. 253 817, 1912, brit. Pat. Nr. 24 948, 1912) kennzeichnet 
die zu einer bestimmten Farbe, z. B. rot, gehörenden Teilbilder 
in der Weise, dass er immer eines der seitlichen Löcher etwas 
anders gestaltet; ferner bringt er in der Führungsbahn eine Marke
        

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