Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wissenschaftliche Kinematographie. Einschliesslich der Reihenphotographie
Person:
Liesegang, F. Paul Karl Kieser Oswald Polimanti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39508/167/
Die Kinematographie in natürlichen Farben. 
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1912, S. 805, wo auch je ein Stück seiner Rot- und Grünaufnah¬ 
me, negativ und positiv, wiedergegeben ist, sowie Moving Pic¬ 
ture News VI, 1912, Nr. 14). Sollte sich sein Optimismus be¬ 
wahrheiten, was sehr zu bezweifeln ist, so würden solche Farben¬ 
filme viel für sich haben; denn sie könnten ohne weiteres mit 
jedem vorhandenen Apparat projiziert werden. 
J. E. Thornton sieht in seinem Patent (Brit. Patent Nr. 9324, 
1912) ebenfalls einen auf beiden Seiten emulsionierten Positiv¬ 
film vor, auf den die zwei Teil-Negative gleichzeitig kopiert wer¬ 
den. Die Gelbfärbung fehlt hier aber; vielmehr hat der Film 
unterhalb der Emulsion eine undurchsichtige Farbschicht, die 
beim Kopieren schädliches Licht von anderer Seite abhält und 
nachher weggelöst wird. Will man mit drei oder vier Teilaufnah¬ 
men arbeiten, so wird der Positivfilm noch ein bezw. zweimal mit 
einer lichtempfindlichen Schicht überzogen. Auch Th. A. Mills 
«arbeitet mit einem beiderseitig emulsionierten Film (Brit. Pa¬ 
tent Nr. 28 081, 1911 und D. R. P. Nr. 275 683, 1912). Der „Licht¬ 
bildbühne“ zufolge (Nr. 25, 1913, S. 39) soll Battistini ein sub- 
traktives Verfahren ausgearbeitei haben; nähere Angaben fehlen. 
Der Russe Sergius v. Maximo witsch (vgl, D. R, P. 
Nr. 310 348, 1913; brit. Pat. Nr. 14 142, 1913) will die Farb¬ 
abweichungen, die bei der Vereinigung von nur zwei einfarbigen 
Filmen auftreten, durch die Anwendung zwei zusätzlicher Farb¬ 
töne beseitigen, mit denen er die Farbbilder abwechselnd ver¬ 
sieht, sei es durch Anfärben der Biidunterlage oder durch Ein¬ 
schalten einer im Strahlengang kreisenden Farbenscheibe. Als 
Giundfarben sollen blau und gelblichrot benutzt werden, als Zu¬ 
satzfarben gelblichgrün und rosaviolett. So seltsam auch dem 
Theoretiker diese Farbenzusammenstellung erscheinen möge: es 
wäre damit — behauptet der Erfinder — ein mindestens ebenso 
gutes Ergebnis zu erzielen wie mittels des Dreifarbenverfahrens. 
Einen eigenartigen Gedankengang verfolgt F. W. Donis- 
thorpe '(Brit. Patent Nr. 7358, 1913). Darnach werden zwei 
Aufnahmen gemacht, eine durch ein hellrotes, die andere durch 
ein grünes Filter. Von letzterer wird ein Positivfilm gefertigt, 
und dieser auf das andere Negativ gelegt, sodass wir also von der 
Rotaufnahme das Negativ auf (oder unter) einem Positiv der 
Grünaufnahme haben. Bei der Durchsicht werden schwarze, 
weisse und graue Objekte nicht herauskommen; denn was z. 
B. schwarz war, ist in dem Negativ weiß und im Positiv schwarz 
— also hebt sich die Wirkung auf. Anders steht es mit farbigen 
Objekten. Ein grüner Gegenstand ist beispielsweise im Rot- 
Negativ weiss, im Grün-Positiv auch weiss; ein roter Gegenstand 
in beiden Filmen schwarz. Andere Farben sind, je nachdem sie 
mehi zu rot oder grün neigen, mehr oder weniger kräftig gram 
Machen wir nun von diesen beiden aufeinandergelegten Filmen 
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