Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wissenschaftliche Kinematographie. Einschliesslich der Reihenphotographie
Person:
Liesegang, F. Paul Karl Kieser Oswald Polimanti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39508/14/
I 
8 Die Verfahren zur Aufnahme. 
setzt,, eine Frequenz von 128 Belichtungen in der Sekunde erzielt. 
Der Apparat diente zu Aufnahmen, an Hand deren die Beanspru¬ 
chung des Schuhwerkes beim Gehen untersucht werden sollte, 
ferner zu Aufnahmen von Maschinengewehr-Hemmungen. Auch 
die Engländer* sollen während des Krieges von dieser Kamera 
Gebrauch gemacht haben. 
Im übrigen ist von den verschiedenen Vorrichtungen für den 
ruckweisen Transport am einfachsten in der Ausführung das 
Schlägerwerk (Handbuch S. 23), und dieses dürfte sich in man¬ 
chen Fällen als tauglich erweisen, wo es gilt, einen Apparat für 
besondere Zwecke zu bauen. Allerdings bietet der Schläger nicht 
in dem Masse wie der Greifer die Gewähr einer genau gleich- 
mässigen Weiterführung des Bandes, wie sie zur Wiedergabe 
eines tadellos „stehenden“ Lichtbildes erforderlich ist. 
Wissenschaftliche Aufnahmen verlangen zuweilen eine höhere 
Frequenz, als sie der ruckweise Antrieb überhaupt bieten könnte. 
Eine solche lässt sich mit Hilfe von Apparaten erreichen, die das 
Filmband gleichförmig (nicht sprunghaft) fortbewegen und die 
Bildverschiebung längs der iBelichtungsstelle durch ein rotierendes 
optisches Organ in der Weise ausgleichen, dass das auf den licht¬ 
empfindlichen Film geworfene Bildchen in gleicher Geschwin¬ 
digkeit mit diesem wandert und also während der Belichtung ge- 
wissermassen darauf kleben bleibt. Es sind im Laufe der Zeit ver¬ 
schiedenerlei Versuchsapparate dieser Art gebaut worden; je¬ 
doch war bisher nur ein ausgearbeitetes Modell in den Handel 
gekommen: die Ernemannsche Zeitlupe, welche bis zu 300—400 
Aufnahmen in der Sekunde leistet. Neuerdings soll auch die 
Motion Picture Producing Go of America eine solche, von Ear¬ 
le Emlay konstruierte „Stereospeed camera“ herausgebracht ha¬ 
ben, die bis zu 384 Bilder in der Sekunde macht XDie Kinotechnik, 
2, 189, 1920). Die mit der Hochfrequenz-Kinokamera gewonne¬ 
nen Bilderreihen eignen sich, da der Normalfilm benutzt wird, 
ohne weiteres zur Wiedergabe mit den gewöhnlichen Projektions¬ 
werken. Da diese aber mit wesentlich niedrigerer Frequenz erfolgt, 
so erscheint der Vorgang zeitlich in die Länge gezogen und da¬ 
durch werden Einzelheiten des Verlaufes, die sonst dem Auge ent¬ 
gehen, der Beobachtung zugänglich gemacht. Die technische Ein¬ 
richtung der Kamera findet man in einem späteren Abschnitt 
beschrieben. 
Manche Aufnahmen verlangen eine noch viel höhere Frequenz. 
Diese hat man erreicht durch Anwendung der intermittierenden 
Funkenbeleuchtung, die eine Belichtung unmittelbar auf den kon¬ 
tinuierlich laufenden Film gestattet. Die Dauer des elektrischen 
Funken ist nämlich so kurz, dass der Film, auch wenn er noch 
so rasch fortbewegt wird, während dieser Zeit praktisch so gut 
wie stille steht. Bull untersuchte mit Hilfe dieses Verfahrens
        

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