Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wissenschaftliche Kinematographie. Einschliesslich der Reihenphotographie
Person:
Liesegang, F. Paul Karl Kieser Oswald Polimanti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39508/125/
Kinematographen mit optischem Ausgleich. 
119 
jeweils mitten zwischen dem zugehörigen Bild und der Trommel¬ 
mitte sitzen. Da nun das Spiegelbild ebensoweit hinter dem Spie¬ 
gel liegt, wie der Gegenstand sich vor dem Spiegel befindet, 
so fallen hier die Spiegelbilder in die Mitte der Trommel und 
sie werden daher dem Beschauer, der direkt in die Spiegel hin¬ 
einblickt (Schlitze gibt es hier nicht), ruhend erscheinen. Zudem 
gehen die Bilder ohne Unterbrechung eines in das andere über; 
denn das bei der Bewegung an einem Bilde verschwindende 
Stück wird vom nächsten Spiegel durch das entsprechende Stück 
des folgenden Bildes ergänzt. Reynaud hat später seinen Apparat 
zu einer Projektionsvorrichtung, dem Praxinoskop-Theater, aus¬ 
gebaut; ja er sah dabei 1889 die Anwendung von Bildbändern 
vor. Auch dem kleinen Vierbilderapparat „Toupie-Fantoche“ von 
Reynaud (La Nature 10, 71, 1882 II), der mit einer Spiegelpyra¬ 
mide ausgestattet war, lag das gleiche Prinzip zugrunde. 
Die Einführung der Spiegeltrommel beim Kinematograph 
wurde von Prof. Mus ge r vorgeschlagen (D.R.P. Nr. 180 944 
vom 8. Dez. 1905). Musger lässt den Film an der Belichtungsstelle 
in wagerechter Richtung laufen; er führt ihn von der Spulev in 
gleichmässiger Bewegung über die Trommeln w und f zur Spule 
a. Das den Ausgleich bewirkende Spiegelpolygon S befindet sich 
V77ZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZ* 
/TT - 
£=□» 
* 
1 
rrr¥, 
■K 
Abb. 84. Musgers Kinematograph mit Spiegeltrommel 
oberhalb des Objektivs O. Nach diesem Prinzip hat späterhin 
H. Leh mann eine Aufnahmekamera ausgearbeitet, die von 
der Firma Ernemann unter der Bezeichnung „Zeitlupe“ herge¬ 
stellt wird. Lehmann ordnete oberhalb der Spiegeltrommel unter 
45° einen feststehenden Spiegel f (Abb. 85) an, sodass die Licht¬ 
strahlen zweimal gespiegelt werden; dadurch wird die Seitenver-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.