Bauhaus-Universität Weimar

es schien geboten, eine Darstellung einzuhalten, die auf beiden 
Gebieten auch für Dilettanten verständlich sein soll. Dem dient 
zunächst auch der Ausgang vom konkreten Beispiel des Tonphäno¬ 
mens, von dem aus erst allgemeinste Grundzüge und Begriffe ent¬ 
wickelt werden. 
Wenn sich Anklänge an die früheren Arbeiten des Verfassers ein¬ 
stellen mußten, so lag es daran, daß auch sie bereits aus ihren ganz 
andern Stoffgebieten stark zu psychologischen Ideen hinausstreb¬ 
ten, und bedarf wohl keiner Rechtfertigung. Aber andere Probleme 
sind hier in den Vordergrund gerückt und damit von vornherein 
auch zu großem Teil neues Material; soweit hingegen an frühere Ge¬ 
danken anzuknüpfen war, erscheinen auch sie in keiner bloßen 
Wiederholung aufgegriffen, vielmehr bot der vorliegende Zusam¬ 
menhalt auch Gelegenheit, sie zum Teil von neuen Seiten zu be¬ 
gründen, zugleich methodisch zu sichten und nach ihrer grund¬ 
sätzlichen Bedeutung zu untersuchen. Denn während dort psycho¬ 
logische Phänomene aus theoretischen, stilgeschichtlichen und 
andern Erklärungen fast unwillkürlich heraussprangen, geht dieses 
Buch in gewissem Sinne den umgekehrten Weg: es umreißt die 
psychischen Grundgegebenheiten, aus denen sich die musikalische 
Entfaltungsmöglichkeit in all ihrem Reichtum ableitet. Und doch 
bleibt nach mancher Hinsicht auch dieser Gegensatz geringer, als 
es auf den ersten Blick scheinen mag. 
Andrerseits sind auch von den psychologischen Sondererschei¬ 
nungen, die sich aus den früheren Arbeiten ergaben, keineswegs 
alle in die vorliegende mit aufgenommen. Dort finden sich daher 
noch zahlreiche Ergänzungen und Belege für die Musikpsychologie. 
Schon durch die Eigenart des Stoffes sind auch Psychologie wie 
Kunst nie ganz zu umspannen und nie nach einer alleinigen Weise 
zu fassen. Wer daher auf dem hier weiter beschrittenen Wege 
folgen will, mag sich gegenwärtig halten, daß es nicht der einzige 
ist, aber einer, der einmal gegangen werden muß. Dabei muß es 
genügen, die hauptsächlichsten Probleme aufzurollen, die sich für 
die Musikpsychologie ergeben, und wenigstens auf die wesentlich¬ 
sten Grundlinien zu stoßen. 
Die Fachpsychologie kann, besonders bei ihrer heutigen Me¬ 
thodenvielfalt, vieles noch von ganz andern Seiten her anpacken, 
mag auch manches grundsätzlich noch anders erklären, aber selbst 
dann bleibt der Problemkreis nie ganz zu erschöpfen. Sowenig 
XI
        

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