Bauhaus-Universität Weimar

Eignungsprüfung’ für Telefonistinnen. 
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Massenversuch ausgeführt werden, beansprucht also wenig Hilfskräfte 
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und wenig Zeit. Ferner kann sie zwanglos als Übung in den Anfangs¬ 
unterricht eines Fachkurses eingeführt werden, falls dies wegen 
Prüfungsangst nötig sein sollte. 
Die Zuverlässigkeit dieser Probe wurde dadurch untersucht, daß 
die Prüfungsleistung mit der späteren Endleistung im Fachkurse ver¬ 
glichen wurde. Diese Endleistung war ganz verwandt der Prüfungs¬ 
aufgabe, konnte also zu ihr in Beziehung gesetzt werden, und sie ließ 
sich zahlenmäßig erfassen. Die Vergleichung ergab eine für den An¬ 
fang befriedigende Übereinstimmung, nämlich ungefähr 20 °/0 mittlere 
Bangverschiebung. Vielleicht wäre die Übereinstimmung um einige 
% besser gewesen, wenn die Probeaufgabe nicht einmal, sondern mehr¬ 
mals angestellt hätte werden können. Die einzelne Leistung zeigt 
nämlich wie bei den meisten Prüfungen Schwankungen, die eine 
Korrelation trüben können. Das aus der Prüfung sich ergebende 
Urteil erwies sich als ebenso zuverlässig, wie das in der Mitte des 
Kurses durch gewisse Schulübungen gewonnene Urteil. Die sukjektive 
Beurteilung der Prüflinge durch erfahrene Lehrpersonen am Anfang 
des Kurses versagte dagegen vollständig. 
Die Tabloprobe wurde nach verschiedenen Richtungen näher 
untersucht. Es wurden eine Reihe von Varianten ausgeführt: Großes 
und kleines Feld; mit und ohne Bezeichnung der Felder; mit Zwischen¬ 
schaltung von Additionsaufgaben oder mit Hinzufügung von Neben¬ 
aufgaben (Schläge zählen); die zu untersuchenden Nummern werden 
aufgeschrieben vorgelegt oder sie werden drängend vorgesagt, und 
dgl. mehr. 
Alle Varianten wurden zunächst auf Schwankungen hin unter¬ 
sucht: Stark schwankende Aufgaben sind für kurze Eignungsprüfungen 
ungeeignet. Es ergaben sich eine Reihe praktisch und theoretisch 
wertvoller Resultate. 
Ferner wurden die Proben an verschiedenen Tagen angestellt, 
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um zu erfahren, ob die Rangordnung bei fortgesetzter Übung erhalten 
bleibt. Das war im allgemeinen der Fall. 
Endlich wurde festgestellt, welche Korrelationen, welche Zu¬ 
sammenhänge zwischen den einzelnen Varianten bestehen. Es ergab 
sich, daß Ablesen und drängendes Ansagen nicht gleichwertig sind. 
Daher ist die letztere Variante, die der Praxis näher steht, vorzu- 
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ziehen. Auch sonst ergaben sich neben guten Übereinstimmungen 
einige Abweichungen. Es bedarf noch weiterer Versuche zur Be¬ 
stätigung und Klärung dieser Ergebnisse.
        

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