Bauhaus-Universität Weimar

Grundsätzliches über Eignungsprüfungen. 
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kritisch sind oder nicht. Meist aber kann man nicht Teilleistungen 
herausreißen. Das Kritische kann dann in Momenten oder Be¬ 
dingungen der Gesamtleistung liegen. Diese herauszufinden bildet, 
eine Hauptschwierigkeit. Es bieten sich folgende Wege. Zunächst 
die Beobachtung: Sich sorgfältig in den Beruf einarbeiten und alles 
einzelne genau beachten; andere beobachten, insbesondere gute und 
schlechte Arbeiter vergleichen, unter verschiedenen Bedingungen beob¬ 
achten; andere Berufe zum Vergleich heranziehen usw. Zur Beob¬ 
achtung sollte nach Möglichkeit das Experiment treten. Innerhalb 
des Experimentes spielen die Korrelationsuntersuchungen zwischen 
verschiedenen Arbeiten eine große Bolle. 
Meist sucht man das Individuell-Kritische eines Berufes dadurch 
zu bestimmen, daß man eine objektive Aufgabe oder objektive Be¬ 
dingungen einer Aufgabe an gibt. Geschieht dies auch nicht aus¬ 
drücklich und bewußt, so liegt es doch implizite in den Prüfungen 
enthalten. Das Ziel der Forschung wie auch der Praxis geht aber auf 
subjektive Fähigkeiten. Beides braucht sich nicht zu decken. Es ist 
wichtig, den Unterschied scharf ins Auge zu fassen. Was wirklich 
als psychische Fähigkeit und zwar als individuell verschiedene Fähig¬ 
keit angesehen werden darf, wissen wir heute erst in wenigen Fällen. 
Die Untersuchung muß aber darauf ausgehen, diese Grundfrage all¬ 
mählich zu klären. 
Mit der Analyse sind noch nicht die geeigneten Proben gefunden. 
Da man bei dem unsicheren Stand der Analyse schwer entscheiden 
kann, was wirklich kritisch ist, so ist es ratsam, sich in der Probe 
nicht ohne Not von der Berufsaufgabe zu entfernen. Gegen diesen 
Grundsatz ist zunächst viel gefehlt worden. Die Entwicklung der 
Eignungsprüfung zeigt deutlich die Tendenz von abstrakteren, berufs¬ 
ferneren Proben zu konkreteren Proben, die sich enger an den Beruf 
anlehnen. 
Die Proben dürfen nicht zu weit schwanken. Viele Proben er¬ 
geben bei Wiederholung völlig andere Ergebnisse. Die einmalige 
Prüfung bietet also einen Zufallswert. Man muß solche Proben aus- 
scheiden oder die Aufgabe wiederholen und das Mittel nehmen. 
Dieses Mittel schwankt weniger, meist nach dem Gesetz 1/]/ n. Man 
beachte, daß Interesse und Aufmerksamkeit bei Wiederholung leicht 
nachlassen. Man kann, wie man es bei Intelligenzprüfungen versucht,, 
mit der Aufgabe wechseln; natürlich müssen die einzelnen Aufgaben 
gleichwertig sein. Die Häufigkeitskurve gibt nicht, wie man oft an¬ 
zunehmen scheint, unmittelbar ein Bild über die Schwankungen.
        

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