Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die kymocyclographische Methode der Bewegungsuntersuchung
Person:
Bernstein, Nicolai
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39454/9/
Die kymocyclographisclie Methode der Bewegungsuntersuchung 637 
Dies wird am bequemsten auf solche Weise erzielt, daß außer 
den an der Bewegung beteiligten Lämpchen, die auf der Y.-P. 
angebracht sind, gleichzeitig noch eine stillstehende Kontrollampe 
photographiert wird, die auf dem Maßstab befestigt wird. Diese 
Lampe, die durch den Obturator während der ganzen Zeit 
der Filmbewegung photographiert wird, ergibt eine Punktierlinie, 
die den Prozeß der eigenen Translationsbewegung des Films voll¬ 
kommen darstellt. Bei der weiteren Abrechnung der Lagen sich 
bewegender Punkte von den ihnen in Bezug auf die Zeit ent¬ 
sprechenden Punkten der Kontrollpunktierlinie können wir die 
Umstellung des Films ausschließen. Wir fügen noch hinzu, daß 
in den Fällen, wo wir (bei präziser Konstruktion der Kamera) 
die Eigenbewegung des Films als gleichsmäßig betrachten können, 
die Geschwindigkeitskomponenten jedes zu studierenden Punktes 
in der Bichtung der Filmbewegung, die aus der K.-Z.-Kurve ohne 
die Eigenbewegung des Films zu berücksichtigen, erhalten worden 
sind, sich von den eigentlichen Kurven nur um eine Konstante 
unterscheiden. Die Kurven der Beschleunigungskomponenten sind 
in denselben Fällen mit den Beschleunigungskurven der eigent¬ 
lichen zu untersuchenden Bewegung vollkommen identisch. Die 
Bewegungskomponenten in der zur Eigenbewegung des Films 
senkrechten Bichtung, ebenso wie ihre Funktionen, sind für die 
K.-Z.-Kurve und für die tatsächliche Bewegung bei jeder gerad¬ 
linigen (wenn auch unregelmäßigen) Bewegung des Films identisch. 
In den Fällen, wo eine große Frequenz der Lichtunter¬ 
brechungen, bei Anwendung einer geringen Geschwindigkeit des 
Films, die Kontrollpunktierlinie schwer lesbar zu machen droht, 
kann demselben durch Schließen des Stromes, der die Kontroll¬ 
lampe speist, mittels eines Metallsektors vorgebeugt werden, der 
auf dem Obturator mit der Erwägung angebracht wird, daß diese 
Lampe nur je einen Lichtpunkt auf jede Umdrehung des Ob¬ 
turators ergibt. 
Wir müssen noch die Zeitübereinstimmung der gleichzeitig 
photographierten Punkte verschiedener Trajektorien feststellen. 
Wenn die Aufnahme verhältnismäßig lange dauert und dabei 
gleichzeitig die Bewegungen mehrerer voneinander unabhängiger 
Körperteile (z. B. beider Arme) fixiert, so bietet das Auffinden 
solcher entsprechender Punkte manchmal bedeutende Schwierig¬ 
keiten. Diese Aufgabe wird vor allem, wie bereits oben gesagt, 
durch die Anwesenheit in der Chiffre des Obturators eines engen 
Einschnittes erleichtert, welcher Umstand das Auffinden der 
Übereinstimmungen in Bahmen kleiner Zeitintervalle, die einige 
hundertste Teile der Sekunde umfassen, sichert. Um nun das 
gleiche auch bei größeren Zeitintervallen, die Sekunden dauern, 
zu erzielen, lassen wir den ganzen Strom, der zu den Lampen (die
        

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