Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Gesetzlichkeit der bildenden Kunst. Eine Darlegung der Kunsttheorie Conrad Fiedlers. Mit einem Anhang: Aus dem Nachlass Conrad Fiedlers. (Einleitung und II, 1-5.). Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde genehmigt von der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin.
Person:
Konnerth, Hermann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39444/25/
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Betrachtung, Mit Meyer muss er gestehen, dass man mit all 
den ausserordentlichen Fortschritten kunstgelehrter Studien, 
die sich in wenigen Jahrzehnten vollzogen, der Kunst selbst 
nicht näher komme. „Indem man das1 eigentlich Wichtige 
aus den Augen verlor, kaim der Massstab für den Wert 
dessen, was man tat, abhanden. Man war sich garnicht 
bewusst, dass man es unternahm, eine Geschichte der Kunst 
herzustellen, ohne dass man sich ernsthaft darum gekümmert 
hatte, was Kunst sei". Er sieht es als die wichtigste Auf¬ 
gabe der Zeit an, ein sicheres Funda'ment für die Kunst¬ 
betrachtung zu gewinnen, zu einem Begreifen der Kunst 
zu gelangen. „Alles Anhäufen von Erfahrungsmaterial, alles 
Durchforschen des weiten Kunstgebietes konnte — das sah 
er (Meyer) wohl ein — zur Lösung dieser Frage nicht führen. 
Wem sich in dem einzelnen, einzigen Kunstwerk dieses 
Problem nicht enthüllte, dem konnten es Tausende und Aber¬ 
tausende nicht offenbaren." — Und Fiedler schliesst mit 
dein lebhaften Hinweis auf die Untersuchung Adolf Hilde¬ 
brands über das Problem der Form in der bildenden Kunst, 
durch welche Meyers tiefes Interesse an den letzten Fragen 
der künstlerischen Tätigkeit noch eine letzte starke An¬ 
regung erhalten habe. Er findet in jener Schrift Hildebrands 
gegenüber dem allgemeinen Stimmengewirr individueller An¬ 
schauungen die in den Kernpunkt des Wesens aller Kunst 
eindringende Einsicht. „Es war eine Orientierung, die, ein¬ 
mal gewonnen, Sicherheit, Ordnung, Klarheit bringen musste, 
wo mehr denn je Verworrenheit und Streit der Meinungen 
herrschte.“ — 
Von seinen eigenen Leistungen spricht wohl selten ein 
Schriftsteller, allein bei diesen Ausführungen Fiedlers hat
        

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