Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Gesetzlichkeit der bildenden Kunst. Eine Darlegung der Kunsttheorie Conrad Fiedlers. Mit einem Anhang: Aus dem Nachlass Conrad Fiedlers. (Einleitung und II, 1-5.). Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde genehmigt von der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin.
Person:
Konnerth, Hermann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39444/24/
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Umfangreiche Vorarbeiten bereiteten das Werk vor, welches 
nicht mehr zur Vollendung gelangen sollte. Der Teil jedoch, 
welcher die kunstphilosophischen Ansichten des Altertums 
behandelt und den Knoten aller Fiäden enthält, ist zu einem 
relativen Abschluss gelangt. Er deckt mit dem Grundirr¬ 
tum den Ursprung aller Missverständnisse auch der neueren 
Zeiten auf und lässt dabei das erkenntnistheoretische Prinzip 
der Fiedlerschen Gedanken scharf hervortreten. — Indern 
man allein im Begriff die Möglichkeit einer geistigen An¬ 
eignung der Welt, einer Erkenntnis sieht, muss die Kunst 
notwendig in eine gezwungene Stellung geraten. Und in 
Zeiten des Mystizismus erschöpft- man sich mit phantast¬ 
ischen, lediglich bildlichen Erklärungen der Kunst, die der 
Kunst selbst mehr 'zu schaden als ein natürliches Verhält¬ 
nis zu ihr zu fördern geeignet sind. — So hat dies nachge¬ 
lassene Werk Conrad Fiedlers für die Geschichte der Kunst¬ 
theorie eine zweifellose Bedeutung und wir hoffen, dasselbe 
noch veröffentlichen zu dürfen. — 
Die letzte Arbeit Fiedlers mag jedoch das Vorwort 
zu den von ihm herausgegebenen Aufsätzen von Julius Meyer 
gewesen sein. Das Problem der Kunstwissenschaft, wie es 
in Meyer, dessen wissenschaftliche Anfänge noch in die 
Zeit der romantischen Spekulation zurückreichten, und der 
die ganze Entwicklung der modernen Kunstgeschichte mit¬ 
arbeitend durchgdmacht hatte, stets lebendig war als philo¬ 
sophischer Zweifel, indem Meyer sich immer wieder zu 
vergewissern suchte, „ob er auch berechtigt sei, gerade so 
und nicht anders zu reden und zu urteilen“: dies Problem 
des künstlerischen Verstehens, von dem Fiedlers erste 
Schrift ausgegangen war, ist hier wieder im Zentrum der
        

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