Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Skizzen aus der Lehranstalt für experimentelle Pathologie in Wien
Person:
Stricker, S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39435/77/
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den Telegraphendraht fliesst, ist vielleicht grösser, als die 
Elektricitätsmenge, welche auf den Flächen der Leydener- 
flasche ruht. Aber die Spannung des Stromes im Telegraphen¬ 
draht ist so gering, dass selbst durch einen Draht, wTeleher 
die Telegraphenleitung mit der Erde verbindet, so wenig 
abfliesst, dass es mit dem empfindlichsten Galvanometer nur 
eben nachweisbar ist. Was durch die Epidermis des Menschen 
von einer solchen Leitung bei einseitiger Berührung ab- 
strömt, ist nicht mehr messbar. Für die hohe Spannung aber, 
welche die Elektricität in der Leydenerflasche besitzt, leitet 
die menschliche Epidermis nicht schlecht genug, um das 
Abströmen zu verhindern. Beiläufig will ich hier auch be¬ 
merken , dass ich den Draht, welcher den 60 Voltstrom in 
meinen Hörsaal führt, einseitig mit dem Finger berühren kann, 
ohne das Geringste zu verspüren. Bei Strömen, die, wie ich 
aus den Berichten von der Frankfurter Ausstellung gelesen 
habe, bei 12.000 Volt Spannung geleitet werden, wird sich 
die Sache natürlich anders stellen. 
Ich habe diese in’s Gebiet der Sanitätspolizei fallende 
Bemerkung nur nebenher eingetragen. Für mich handelt es 
sich hier darum, dass ich eines Stromes von 60 Volt Spannung 
bedurft habe, um an dem Nadelgalvanometer, respective an 
dem episkopisch dargestellten Bilde desselben, die einseitig 
abströmenden Elektricitäten nach ihrer Natur und Menge zu 
demonstriren. 
Der Vergleich der einseitig zur Erde abströmenden 
Elektricität einerseits mit den Strömen, welche bei der dop¬ 
pelten Ableitung zur Erde fliessen, und andererseits mit den 
Strömen im Ableitungsbogen , die genauen Druckmessungen 
ferner, welche ich in den drei genannten Fällen an der 
ganzen Hauptbahn und implicite an den Abflussstellen, aus¬ 
geführt, haben mich zu dem Aufbaue eines Beweises geführt. 
Das Beweisverfahren selbst ist zu weitläufig, um hier ein¬ 
gefügt werden zu können. Mit einer fragmentarischen Vor¬ 
führung ist aber in diesem Falle wenig gethan. Ich muss 
daher jene Leser, welche sich dafür interessiren, auf das 
dritte Hauptstück meiner angekündigten Monographie ver¬ 
weisen. Hier will ich nur die Schlusssätze verzeichnen:
        

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