Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Skizzen aus der Lehranstalt für experimentelle Pathologie in Wien
Person:
Stricker, S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39435/76/
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deutet, je ein Strom ergiesst. Hier war also schon der 
erste Schritt zur Lösung gegeben. Bei der Anordnung, 
wie sie Big. 26 zeigt, fordert meine Hypothese, dass zwei 
Ströme (einer bei i und einer bei in die Zweige des einen 
Ableitungsbogens dringen. Hier (nach dem Schema Fig. 28) 
waren die zwei Ströme von verschiedenem Vorzeichen aller¬ 
dings in zwei Drähten isolirt. 
Ja ich konnte noch mehr thun. Ich konnte die zwei 
Ströme nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich trennen. Ich 
konnte (auf Fig. 28 bezogen) erst nur den einen Draht bei l 
anlegen und den Strom zur Erde prüfen, dann diesen Draht 
wieder entfernen und den zweiten bei bt anlegen und prüfen. 
Einen solchen Versuch habe ich im vorigen Jahre schon 
den Mitgliedern des elektrotechnischen Vereines als Novum 
demonstrirt. Dass man nämlich durch einen Draht von der 
Fig. 28. 
A A 
Strombahn zur Erde etwas ahleitet, wusste man längst. 
Welcher Art aber die abgeleitete Elektricität und wie viel 
man ableitet, darüber gab der literarische Thatbestand keinen 
Aufschluss. 
Die Dynamomaschine, welche in meinem Hörsaale zu 
Unterrichtszwecken fungirt, hat mir hier wieder (wie auch 
schon bei dem Glühlampen versuche) für die experimentellen 
Zwecke gedient. Bei der einseitigen Ableitung strömen näm¬ 
lich nachweisbare Mengen nur dann zur Erde, wenn der 
Strom in der Hauptbahn hohe Spannung hat. 
Darin ist es , beiläufig bemerkt, begründet, dass ein 
Mensch, welcher den Telegraphendraht mit der Hand be¬ 
rührt, absolut nichts verspürt, während er einen Stoss em¬ 
pfindet, wenn er den Finger an die geladene Leydenerflasche 
legt. Die Elektricitätsmenge, welche in der Zeiteinheit durch
        

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