Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Skizzen aus der Lehranstalt für experimentelle Pathologie in Wien
Person:
Stricker, S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39435/28/
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III. 
Ich habe in dem sub II eingeführten Hauptstücke dieser 
Schrift schon erwähnt, welchen Werth ich dem Umstande 
beilege, wenn die Schüler von dem naturhistorischen Ereig¬ 
nisse und dem Worte des Lehrers gleichzeitig sinnliche Ein¬ 
drücke erlangen. Doch betrachte ich es als selbstverständlich, 
dass der verbale Vortrag noch in anderer Weise zur Wirkung 
gelangen muss. 
Wir beobachten die Ereignisse mit grösserem Interesse 
und wTohl auch mit besserem Erfolge, wenn wir von vorne- 
herein wissen, um was es sich handelt. Der Demonstration 
muss also eine Exposition vorausgehen. Ich huldige der An¬ 
sicht, dass gründliches Wissen auch eine Kenntniss der 
Geschichte des Faches voraussetzt. Ich lege daher auf die 
literar-historische Darstellung grosses Gewicht. Ich vermeide 
dabei allerdings das Detail. Mein Streben geht immer nur 
dahin, ein möglichst kurzes, aber gut durchgearbeitetes 
(geistiges) Bild von der Entwicklung des einschlägigen 
Wissensgebietes zu geben. Ich zerstückle die historische Dar¬ 
stellung nicht selten und trage die Stücke da ein, wo sie 
wegen der vorausgegangenen Beobachtungen die beste Wirkung 
zu erzielen vermögen. Bei der literar-historischen Darstellung 
bin ich aber bemüht, auf das Entstehen der einzelnen Er¬ 
kenntnisse in verschiedenen Lehrfächern einzugehen. Denn 
es gehört zu den gewöhnlichen literarischen Erscheinungen, 
dass ein und dieselbe Frage von Pathologen und Physio¬ 
logen in von einander ganz unabhängiger Weise bearbeitet 
werden ist, dass die Ergebnisse dieser Arbeiten sich aber 
dennoch ergänzen. 
Ich wende mich auch mit Vorliebe noch anderen verbalen 
Darstellungen zu. Ich gehe auf Vergleiche zwischen den wahr¬ 
genommenen Ereignissen und den Erfahrungen am kranken 
Menschen ein. Ich ziehe aus den Ereignissen praktische Con- 
sequenzen für die Therapie sowohl wie für forensische Zwecke. 
Ich frage z. B., wo das Rückenmark von einem. Projectil getroffen 
werden muss, wenn das Thier durch Ereignisse in der Kreis¬ 
laufbahn sterben soll. Ich frage auch, was sich nach unseren
        

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