Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Skizzen aus der Lehranstalt für experimentelle Pathologie in Wien
Person:
Stricker, S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39435/18/
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Einfluss der Athembewegungen stetig geltend macht. Wir 
wählen dieselbe Thierform, an welcher wir die Druckverhält¬ 
nisse geprüft haben. 
Ich habe das Projectionsbild des pulsirenden Hunde¬ 
herzens schon zweimal öffentlich demonstrirt, weil ich es mit 
Rücksicht auf das ärztliche Wissen für das bedeutendste und 
lehrreichste Demonstrationsobject halte. Ein lebendes Herz 
—■ in etwa löfacher Linearvergrösserung — pulsirt da 
vor unseren Augen. Trotz der Yergrösserung, trotz der guten 
Beleuchtung ist es in der Regel schwer, ein klares Bild der 
Pulsation zu gewinnen. Die Kammern arbeiten zu hastig, 
scheinbar ohne Pausen. Nun sperren wir auch diesem Thiere 
die Luftzufuhr ab. Da klärt sich das Bild. Allmälig werden 
die Pausen zwischen den einzelnen Pulsationen wahrnehmbar ; 
anfangs nur eben merklich, nimmt ihre Dauer stetig zu, 
bis sich diese über einige Secunden erstreckt. Nun hat man 
Musse, das Herz in der Ruhe zu beobachten, den Verlauf 
einer jeden Zusammenziehung und Wiedererschlaffung zu 
verfolgen. Gleichzeitig wird der Blick durch die Farben¬ 
änderung des Herzfleisches, sowie durch das Anschwellen der 
Herzvenen gefesselt. 
Concentriren wir aber unsere Aufmerksamkeit auf die 
Hauptereignisse. Mit dem Wachsen der Pausen wächst auch 
das Volumen der Herzkammern. Mit Rücksicht auf unsere 
anatomischen Kenntnisse dürfen wir sagen, die Kammern 
füllen sich mit der wachsenden Pause immer besser, denn 
das Blut fiiesst ja den ruhenden Kammern aus den Vor¬ 
kammern zu. 
Je länger die Pause dauert, um so mehr Zeit ist zum 
Nachfliessen gegeben. Es wird uns daher verständlich, dass 
die Kammern so gross werden. Indem sich die Kammer bei 
der Zusammenziehung auf das normale Mass verkleinert, 
dürfen wir annehmen, dass sie sich eben so vollständig ent¬ 
leert hat, wie in der Norm. Wenn sie aber mehr Blut ent¬ 
halten hat, wie in der Norm, und sich dennoch vollständig 
‘) Diese Anschwellung ist meines Wissens bisher von anderen Autoren 
noch nicht beschrieben worden. Mir ist sie zum ersten Male beim Anblick 
des vergriisserten Herzbildes aufgefallen.
        

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