Bauhaus-Universität Weimar

Jaeobj: Anschauungsunterricht und Projektion. 
3«, 4. 
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ist, wenig oder keinen Nutzen, zum Teil sogar Nachteil von soldier 
Demonstration haben. 1st die Darstellung des Vortrages, wie es in 
einem guten, die Zeit ausniitzenden Unterricht doch der Fall sein 
soll, kurz und biimlig, und fesselt sie dementsprechend die Hörer, so 
wird ein großer Teil derselben von vornherein oder doch, wenn ihnen 
nicht sogleich das Objekt verständlich ist, auf den Anblick desselben 
verzichten, um ungestört der weiteren Entwicklung des Vortrages 
folgen zu können. Für sie ist somit dieses Demonstrationsmaterial 
wertlos, ja sogar dadurch störend, daß sie genötigt sind, die Objekte 
weiter zu reichen. 
Derjenige aber, der bestrebt ist, durch gründliche Betrachtung 
des ihm gereichten Objektes ein klares Verständnis zu gewinnen, 
wird dies nur dann wirklich erreichen, wenn er sich dazu die nötige 
Zeit nimmt und seine ganze Aufmerksamkeit dem Objekte zuwendet. 
Dann wird es ihm aber häufig passieren, daß ihm wichtige Darlegungen 
des sich bereits mit anderen Fragen beschäftigenden Vortrages ent¬ 
gehen. Auch ihm wird in diesem Falle dann die Demonstration, 
statt förderlich zu sein, nachteilig für das Verständnis werden. Zudem 
erlebt man es ja aber auch nicht selten, daß einzelne Zuhörer, und 
es sind dies in der Regel gerade diejenigen, denen angespannte 
Aufmerksamkeit bei ihrer erschwerten Auffassungskraft am nötigsten 
wäre, sich mit den dargebotenen Büchern und sonstigen Objekten 
in ganz anderer als der vom Vortragenden beabsichtigten Art be¬ 
schäftigen und dadurch nicht nur sich um den Nutzen des Unterrichts 
bringen, sondern auch ihre Umgebung und den Vortragenden stören. 
Mögen deshalb solche Demonstrationen wohl bei Vorträgen in 
wissenschaftlichen Gesellschaften, als objektive, überzeugende Belege 
für die Richtigkeit des Vorgetragenen dem einzelnen Kritiker, weil 
ausschlaggebend für sein Urteil, erwünscht und deshalb angezeigt 
sein. In einem guten Anschauungsunterricht sollte auf jedes solches 
Herumgeben von Demonstrationsobjekten während des Vortrages 
prinzipiell verzichtet werden. 
Damit würde dann allerdings die unmittelbare \ orfiihrung aller 
kleineren Objekte, deren in Betracht kommende Einzelheiten auf 
größere Entfernung nicht sichtbar sind, dem Demonstrationsunterricht 
verloren gehen. 
Man sucht sich deshalb wohl bei solchem Material dadurch zu 
helfen, daß man dasselbe dem Zuhörerkreise gruppenweise unter 
immer erneuerter Erklärung des Gegenstandes vorführt. Einerseits 
erfordert dies aber einen der Zahl der nötig werdenden Gruppen
        

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