Bauhaus-Universität Weimar

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II. Teil. Apparate für besondere Zwecke. 
auf einem Halter aus Metall ruhen. Genaueste Justierung der drei Diapositive 
auf dieser Glasplatte ist unerläßliche Vorbedingung zum Gelingen der Pro¬ 
jektion. Während man nämlich bei den übrigen Konstruktionen dieser Art 
alle möglichen Regulierungen anbrachte, um Fehler in der Deckung und in 
der Helligkeit der drei Teilbilder auszugleichen, nahm man hier — abgesehen 
von der Verschiebbarkeit des Objektives für das Rotbild — von allen Regulier- 
und Korrigiervorrichtungen Abstand. Es stellte sich nämlich heraus, daß 
Vorrichtungen dieser Art viel dazu beitragen, das Projizieren nach dieser 
Methode infolge des ewigen Herumprobierens unerträglich zu machen. Bei 
Konstruktion des neuen Apparates ging man von dem Grundsätze aus, 
daß vorher alles derart genau zum Stimmen zu bringen ist, daß Kor¬ 
rektionen während der Projektion überflüssig werden. Der Erfolg bewies, 
daß dies Verfahren bei Projektionen vor größerem Zuschauerkreise das 
richtige ist. 
In dem Bestreben, eine möglichst einfache und mit verhältnismäßig 
geringen Mitteln zu beschaffende Vorrichtung für Dreifarbenprojektion her¬ 
zustellen, benutzt J. Precht1) eine Schuckert-Lampe von 25 Ampère Strom¬ 
stärke und sendet ihr Licht durch ein in Brennweite-Abstand (30 cm) befind¬ 
liches Zweilinsensystem von 22,5 cm Durchmesser. Das aus diesem System 
austretende, parallele Lichtbündel durchsetzt einen Wasserkasten und wird 
bei der gewöhnlichen Art der Projektion durch eine plankonvexe Kondensor¬ 
linse von gleichem Durchmesser wieder konvergent gemacht (vergl. Fig. 19 
auf S. 22). Diese plankonvexe Linse ersetzt nun Precht durch drei recht¬ 
eckig geschnittene, nebeneinander angeordnete, plankonvexe Beleuchtungs¬ 
linsen von 65 X 60 mm mit 12 cm Brennweite. Letztere bilden zusammen 
eine Linsenfläche von 65 X 180 mm; das von dem Zweilinsenteil kommende, 
parallelstrahlige Licht wird durch sie also in drei gleichartige, konvergente 
Strahlenkegel gespalten. Unmittelbar vor den drei kleinen Linsen werden 
die drei Diapositive, welche zusammen ebenfalls das Format 65 X 180 mm 
haben, angebracht In entsprechendem, gegenseitigem Abstande werden drei 
Objektive von 12 cm Brennweite auf dem vordersten Reiter der optischen 
Bank befestigt. Das Mittelobjektiv ist mit der mittleren Beleuchtungslinse 
ein für alle Mal zentriert, während die beiden seitlichen Objektive durch 
Schraubenbewregungen verstellbar sind. Die Lichtfilter befinden sich an den 
Objektiven. 
Bei der Einrichtung von Precht wird noch nicht der dritte Teil des 
von der Lampe gelieferten Lichtes ausgenutzt: das vom Zweilinsenteil 
kommende, parallele Lichtbündel hat (unter Fortlassung der äußersten 
unbrauchbaren Randzone) einen Querschnitt von ungefähr 360 qcm; die drei 
Teilbilder zusammen bedecken hiervon aber nur 117 qcm. Da überdies ein 
Bildwerfer mit Beleuchtungslinsen von 22,5 cm Durchmesser nur ganz aus¬ 
nahmsweise vorhanden ist (die Bildwerfer für Diapositivformat 9 X 12 cm 
1) Zeitschrift für wissenschaftliche Photographie, Photophysik und Photochemie 
1904, Heft 2, S. 60.
        

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